Mau Mau ist DAS Einstiegs-Kartenspiel schlechthin und wird in nahezu jeder Familie gespielt. Unter verschiedenen Namen bekannt – Tschau Sepp in der Schweiz, Neunerln in Bayern, Makao in Polen – begeistert es Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Die Grundregel ist denkbar einfach: Legt eine Karte ab, die zur obersten Karte auf dem Ablagestapel passt – entweder gleiche Farbe oder gleicher Wert. Wer als Erster alle Karten los ist, ruft „Mau!" und gewinnt.
Grundregeln
Spielvorbereitung
Mau Mau wird mit einem Skatblatt (32 Karten) oder einem französischen Blatt (52 Karten) gespielt. Jeder Spieler erhält 5 Karten (bei manchen Varianten 6 oder 7). Die restlichen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel, die oberste wird offen daneben gelegt.
Spielablauf
- Der Spieler links vom Geber beginnt.
- Er muss eine Karte ablegen, die entweder die gleiche Farbe oder den gleichen Wert wie die offene Karte hat.
- Kann er nicht ablegen, muss er eine Karte vom Nachziehstapel ziehen. Je nach Variante darf die gezogene Karte sofort gespielt werden, wenn sie passt.
- Wer seine vorletzte Karte ablegt, muss „Mau!" rufen. Vergisst er es und wird erwischt, muss er als Strafe Karten ziehen (meist 2).
- Wer seine letzte Karte ablegt, ruft „Mau Mau!" und gewinnt die Runde.
Sonderkarten
Die Sonderkarten machen Mau Mau erst richtig spannend. Achtung: Die Regeln für Sonderkarten variieren regional stark – klärt vor Spielbeginn, welche Regeln gelten!
| Karte | Wirkung | Details |
|---|---|---|
| 7 | Nächster Spieler zieht 2 Karten | Kann mit einer weiteren 7 gekontert werden – dann zieht der Übernächste 4 Karten (kumulativ). Die Kette endet beim ersten Spieler ohne 7. |
| 8 | Nächster Spieler muss aussetzen | Manche Varianten erlauben es, mit einer eigenen 8 zu kontern (der Übernächste setzt dann aus). |
| Bube | Farbwahl – Spieler bestimmt die nächste Farbe | Der Bube kann auf jede Karte gelegt werden (unabhängig von Farbe oder Wert). Einzige Einschränkung: Kein Bube auf Bube. |
| Ass | Richtungswechsel | Die Spielrichtung kehrt sich um. Bei nur 2 Spielern: Der Spieler darf noch einmal legen. |
| 9 | Neunerln (Bayern) | Regionale Sonderregel: Wer eine 9 legt, darf sofort eine weitere Karte spielen. |
💡 Tipp: Regeln vorher klären!
Mau Mau hat mehr regionale Varianten als fast jedes andere Kartenspiel. Klärt vor dem Spiel: Darf man Bube auf Bube legen? Kumulieren sich die 7er? Darf man die gezogene Karte sofort spielen? So vermeidet ihr Streitigkeiten während des Spiels.
Beliebte Varianten
Mau Mau mit Richtungswechsel
Das Ass ändert die Spielrichtung. Bei zwei Spielern bedeutet das: Der aktive Spieler darf direkt noch einmal spielen. Bei mehr Spielern dreht sich die Reihenfolge um.
Straf-Mau-Mau
Strengere Variante: Vergisst ein Spieler „Mau!" zu rufen, zieht er nicht nur Strafkarten, sondern muss auch seine bereits abgelegte Karte wieder aufnehmen. Wer „Mau Mau!" beim letzten Ablegen vergisst, hat nicht gewonnen und muss 4 Karten ziehen.
Mau Mau als Trinkspiel (Erwachsene)
Jede Sonderkarte löst eine Trinkregel aus: Bei einer 7 trinkt der Ziehende, bei einer 8 trinkt der Aussetzende, bei einem Buben trinkt der Farbansager. Wer „Mau!" vergisst, trinkt doppelt. Nur für Erwachsene geeignet.
Doppelkopf-Mau-Mau
Für größere Runden: Zwei Kartendecks gemischt. Die Regeln bleiben gleich, aber durch die doppelten Karten gibt es mehr Möglichkeiten und längere Partien.
Tipps für mehr Spielspaß
- Buben aufheben: Der Bube ist eure mächtigste Karte – er passt immer und bestimmt die nächste Farbe. Spielt ihn strategisch, nicht sofort.
- 7er merken: Behaltet im Auge, wie viele 7er bereits gespielt wurden. Wenn alle 7er durch sind, könnt ihr beruhigt auch mit nur wenigen Handkarten spielen.
- Farbe wechseln: Wechselt mit dem Buben zu einer Farbe, von der ihr viele Karten habt – so könnt ihr mehrere Runden am Stück spielen.
- „Mau!" nie vergessen: Übt es euch als Automatismus an. Die Strafkarten können den Sieg kosten.
Nächster Schritt nach Mau Mau?
Wer Mau Mau beherrscht, ist bereit für Phase 10 – ein ähnlich einfach zu lernendes Kartenspiel mit mehr taktischer Tiefe.
🔄 Phase 10 entdeckenHäufige Fragen
Kinder ab etwa 5 Jahren können Mau Mau spielen, sobald sie Farben und Zahlen auf Karten erkennen. Die Grundregeln sind so einfach, dass auch jüngere Kinder schnell mitspielen können – Sonderkarten kann man anfangs weglassen.
Nach den gängigsten Regeln: Nein, ein Bube darf nicht auf einen Buben gelegt werden. Es gibt aber regionale Varianten, die das erlauben. Klärt dies unbedingt vor Spielbeginn, um Streit zu vermeiden.
Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel (bis auf die oberste Karte) umgedreht, gemischt und als neuer Nachziehstapel verwendet. Das Spiel geht nahtlos weiter.