Rommé (auch Rummy oder Rommee) gehört zu den beliebtesten Kartenspielen weltweit. Das Ziel ist einfach: Durch geschicktes Aufnehmen und Ablegen von Karten Kombinationen bilden und als Erster alle Handkarten loswerden. Mit seinen vielen Varianten – von Gin Rummy bis Canasta – bietet Rommé für jeden Geschmack die passende Herausforderung.
Grundregeln
Spielmaterial
Für klassisches Rommé werden zwei Standardkartendecks (je 52 Karten) und 6 Joker verwendet – insgesamt 110 Karten. Die Kartenwerte reichen von Ass (1 oder 11) über die Zahlenkarten 2-10 bis zu Bube, Dame und König.
Karten geben
Jeder Spieler erhält 13 Karten (der Geber 14). Die übrigen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel, die oberste Karte wird offen daneben gelegt und beginnt den Ablagestapel.
Spielablauf
- Gespielt wird im Uhrzeigersinn, beginnend links vom Geber.
- Karte ziehen: Zu Beginn des Zuges zieht der Spieler eine Karte – entweder vom verdeckten Stapel oder die oberste Karte des Ablagestapels.
- Auslegen: Hat der Spieler gültige Kombinationen (Sätze oder Reihen), darf er diese offen auf den Tisch legen. Beim ersten Auslegen müssen die Kombinationen mindestens 40 Punkte wert sein.
- Anlegen: Nach dem ersten Auslegen darf der Spieler einzelne Karten an bereits ausliegende Kombinationen anlegen – sowohl eigene als auch fremde.
- Karte abwerfen: Der Zug endet, indem eine Karte auf den Ablagestapel gelegt wird.
Sätze und Reihen
Es gibt zwei Arten gültiger Kombinationen:
- Sätze (Gruppen): Mindestens drei Karten gleichen Werts in verschiedenen Farben, z.B. ♥5 ♦5 ♠5. Maximal vier Karten (eine pro Farbe).
- Reihen (Sequenzen/Folgen): Mindestens drei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, z.B. ♥7 ♥8 ♥9. Das Ass kann sowohl als niedrigste (A-2-3) als auch als höchste Karte (D-K-A) verwendet werden, aber nicht im Umlauf (K-A-2 ist ungültig).
Joker-Regeln
Der Joker ist ein mächtiges Werkzeug im Rommé und kann jede beliebige Karte ersetzen:
- Ein Joker darf in Sätzen und Reihen als Platzhalter verwendet werden.
- In einer Reihe von mindestens 4 Karten dürfen zwei Joker nebeneinander liegen.
- Ein bereits ausgelegter Joker kann durch die passende Karte ersetzt werden. Der Spieler nimmt den Joker auf die Hand und muss ihn im gleichen Zug in einer neuen Kombination auslegen.
- Ein Joker darf erst ersetzt werden, nachdem der Spieler seine Erstauslage gemacht hat.
💡 Rommé-Tipp: Die 40-Punkte-Hürde
Beim ersten Auslegen müssen die Kombinationen zusammen mindestens 40 Punkte wert sein. Tipp: Ein Satz aus drei Königen bringt bereits 30 Punkte (3×10). Ergänzt um eine kleine Reihe wie ♥4 ♥5 ♥6 (15 Punkte) kommt man leicht über die 40er-Marke. Joker zählen den Wert der Karte, die sie ersetzen.
Punktwertung
| Karte | Punktwert |
|---|---|
| Zahlenkarten 2-10 | Zahlenwert (2-10 Punkte) |
| Bube, Dame, König | Je 10 Punkte |
| Ass | 1 Punkt (am Anfang) oder 11 Punkte (am Ende einer Reihe) |
| Joker | 20 Punkte (Strafpunkte auf der Hand) |
Wenn ein Spieler alle Karten abgelegt hat (Rommé!), werden die Handkarten der anderen Spieler zusammengezählt und als Minuspunkte notiert. Der Gewinner erhält null Punkte. Nach einer festgelegten Rundenanzahl gewinnt der Spieler mit den wenigsten Strafpunkten.
Beliebte Varianten
Gin Rummy
Die schnelle 2-Spieler-Variante aus den USA. Jeder Spieler bekommt 10 Karten. Statt Kombinationen auszulegen, sammelt man sie verdeckt auf der Hand und „klopft", wenn die nicht zugehörigen Karten (Deadwood) 10 oder weniger Punkte ergeben. Bei Gin (Deadwood = 0) gibt es Bonuspunkte. Gin Rummy ist deutlich schneller und taktischer als klassisches Rommé.
Canasta
Die Teamvariante (2 gegen 2) mit besonderen Regeln: Mindestens sieben gleichwertige Karten bilden ein „Canasta" und bringen hohe Bonuspunkte. Canasta verwendet zwei Kartendecks plus Joker und hat ein eigenes Punktesystem.
Kalooki (Kalookie)
Ähnlich dem klassischen Rommé, aber mit strengeren Erstauslagen (mindestens 51 Punkte) und der Regel, dass nur der Gewinner einer Runde null Punkte bekommt. Beliebt in karibischen Ländern und Großbritannien.
Strategietipps
- Den Ablagestapel beobachten: Merkt euch, welche Karten eure Gegner vom Stapel nehmen – das verrät ihre Strategie.
- Flexible Karten bevorzugen: Mittlere Karten (5-9) einer Farbe können sowohl nach oben als auch unten erweitert werden. Extreme Karten (Ass, König) sind weniger flexibel.
- Joker nicht zu früh ausspielen: Ein Joker auf der Hand bietet Flexibilität. Legt ihn erst aus, wenn es strategisch sinnvoll ist.
- Gegner füttern vermeiden: Legt keine Karten ab, die euren Gegnern offensichtlich helfen könnten.
Verwandte Kartenspiele
Rummikub basiert auf ähnlichen Prinzipien wie Rommé – nur mit Spielsteinen statt Karten.
🔢 Rummikub entdeckenHäufige Fragen zu Rommé
Im klassischen Rommé erhält jeder Spieler 13 Karten, der Geber 14. Bei Gin Rummy sind es 10 Karten pro Spieler. Es gibt auch Varianten mit 7 oder 10 Karten – klärt vor Spielbeginn, welche Variante gespielt wird.
Ja, beim Auslegen dürfen beliebig viele gültige Kombinationen gleichzeitig gelegt werden. Beim ersten Auslegen müssen alle Kombinationen zusammen mindestens 40 Punkte ergeben. Danach gibt es keine Mindestpunktzahl mehr.
Ja, das Ass kann als 1 (am Anfang einer Reihe: A-2-3) oder als 11 (am Ende: D-K-A) verwendet werden. Es darf aber nicht „um die Ecke" gehen – K-A-2 ist keine gültige Reihe.