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Mensch ärgere Dich nicht – Regeln & Varianten

Deutschlands beliebtestes Brettspiel seit 1914: Einfache Regeln, großer Ärger und noch größerer Spaß für die ganze Familie.

Mensch ärgere Dich nicht (MÄDN) ist Deutschlands beliebtestes Brettspiel und gehört seit über 100 Jahren zu den absoluten Familienklassikern. Das einfache Spielprinzip – würfeln, ziehen, rauswerfen – macht es für Spieler ab 4 Jahren zugänglich und sorgt dennoch für spannende Momente am Spieltisch. Bis heute wurden weltweit über 90 Millionen Exemplare verkauft.

Geschichte

Das Spiel wurde 1907/1908 von Josef Friedrich Schmidt in München erfunden und 1914 unter dem heutigen Namen veröffentlicht. Die Ursprünge gehen auf das indische Spiel Pachisi zurück, das schon im 6. Jahrhundert gespielt wurde. Schmidt vereinfachte die Regeln drastisch und schuf so eines der zugänglichsten Brettspiele aller Zeiten. Während des Ersten Weltkriegs verschickte Schmidt 3.000 Exemplare an Lazarette – so verbreitete sich das Spiel rasant in ganz Deutschland.

Spielregeln

Spielvorbereitung

Jeder Spieler wählt eine Farbe und stellt seine vier Spielfiguren in den zugehörigen Startbereich (B-Feld). Das Spielbrett zeigt einen Rundkurs mit 40 Feldern und für jede Farbe einen eigenen Startbereich und ein Zielfeld mit vier Plätzen.

Spielablauf

  • Gespielt wird im Uhrzeigersinn mit einem Würfel.
  • Startfeld betreten: Um eine Figur ins Spiel zu bringen, muss eine 6 gewürfelt werden. Die Figur wird auf das farbige Startfeld gesetzt.
  • Drei Versuche: Wer keine Figur im Spiel hat, darf dreimal würfeln, um eine 6 zu bekommen.
  • Ziehen: Figuren werden um die gewürfelte Augenzahl im Uhrzeigersinn vorwärts bewegt.
  • Rauswerfen: Landet eine Figur auf einem Feld, das von einer gegnerischen Figur besetzt ist, wird diese zurück in ihren Startbereich geschickt. Rauswerfen ist Pflicht!
  • 6er-Regel: Wer eine 6 würfelt, darf nach dem Zug erneut würfeln. Hat man Figuren im Startbereich, muss man bei einer 6 eine neue Figur ins Spiel bringen (Pflicht).
  • Zieleinlauf: Die Figuren laufen einmal um das Brett und biegen dann in die eigene Zielspalte ein. Im Ziel muss die exakte Augenzahl gewürfelt werden – überschüssige Augen verfallen oder die Figur darf nicht ziehen.

Spielende

Wer als Erster alle vier Figuren in die Zielspalte gebracht hat, gewinnt. Das Spiel kann danach fortgesetzt werden, um die weiteren Plätze zu bestimmen.

💡 Tipp: Pflicht-Regeln beachten!

Zwei häufig vergessene Pflicht-Regeln: 1) Bei einer 6 muss eine Figur aus dem Startbereich geholt werden, wenn möglich. 2) Rauswerfen ist Pflicht – auch wenn man die eigene Figur lieber woanders hinziehen würde. Diese Regeln sorgen für mehr Dynamik und Fairness.

Beliebte Varianten

Für 6 Spieler

Mit dem erweiterten Spielplan für sechs Spieler wird das Spiel noch chaotischer und unterhaltsamer. Der Rundkurs verlängert sich entsprechend und bietet Platz für mehr Figuren und mehr Rauswurf-Potenzial.

Teamspiel

Bei vier Spielern bilden die gegenübersitzenden Spieler ein Team. Erst wenn beide Teammitglieder alle Figuren im Ziel haben, hat das Team gewonnen. Man darf die Figuren des Partners nicht rauswerfen.

Blockade-Variante

Stehen zwei eigene Figuren auf dem gleichen Feld, bilden sie eine Blockade, die von gegnerischen Figuren nicht übersprungen werden kann. Dies fügt eine strategische Komponente hinzu.

Turbo-Variante

Für schnellere Partien: Statt einer 6 darf bereits ab einer 5 oder 6 eine neue Figur eingesetzt werden. Dies bringt mehr Figuren schneller ins Spiel.

Tipps für mehr Spielspaß

  • Mehrere Figuren ins Spiel bringen: Je mehr Figuren auf dem Brett sind, desto flexibler seid ihr. Eine einzelne Figur allein ist zu riskant.
  • Blockieren: Stellt eine Figur kurz hinter eine gegnerische Figur – so blockiert ihr deren Weg zum Ziel.
  • Fair bleiben: Der größte Spaß entsteht, wenn alle gelassen mit dem „Ärger" umgehen. Es ist und bleibt ein Glücksspiel!

Mehr Familienspiele

Wer MÄDN mag, wird auch Malefiz lieben – der „böse" Verwandte mit Barrikaden.

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Häufige Fragen

Ab etwa 4 Jahren können Kinder Mensch ärgere Dich nicht spielen. Sie müssen lediglich zählen und die Farben zuordnen können. Für jüngere Kinder gibt es eine Kids-Version mit vereinfachtem Brett und weniger Figuren.

Nein, Figuren dürfen nach offiziellen Regeln nur vorwärts gezogen werden. Auch im Zielbereich gibt es kein Rückwärtsziehen – die Figur muss mit der exakten Augenzahl einziehen.