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Schach – Regeln, Figuren & Varianten

Das Spiel der Könige: Vollständige Anleitung mit allen Figurenzügen, Sonderzügen, Strategietipps und beliebten Varianten.

Schach, auch bekannt als „Das Spiel der Könige", ist eines der ältesten und strategisch anspruchsvollsten Brettspiele der Welt. Auf einem 8×8-Spielbrett kämpfen zwei Spieler mit jeweils 16 Figuren um die Vorherrschaft. Planung, Voraussicht und taktisches Geschick entscheiden über Sieg und Niederlage. In diesem umfassenden Ratgeber erfahrt ihr alles über die Regeln, Figuren, Sonderzüge und Varianten.

Die Spielfiguren im Schach

Im Schach gibt es sechs verschiedene Figurentypen, jede mit eigenen Zugmöglichkeiten und strategischem Wert. Jeder Spieler beginnt mit 16 Figuren: einem König, einer Dame, zwei Türmen, zwei Läufern, zwei Springern und acht Bauern.

Der König ♔

Der König ist die wichtigste Figur im Schach – wird er mattgesetzt, ist die Partie verloren. Er darf sich ein Feld in jede Richtung bewegen: horizontal, vertikal und diagonal. Trotz seiner eingeschränkten Mobilität ist der König im Endspiel eine aktive Figur, die zum Sieg beitragen kann. Der einzige Sonderzug des Königs ist die Rochade, bei der er zusammen mit einem Turm gleichzeitig bewegt wird.

Die Dame ♕

Die Dame ist die mächtigste Figur auf dem Brett. Sie kombiniert die Zugmöglichkeiten von Turm und Läufer und kann beliebig weit horizontal, vertikal und diagonal ziehen – solange keine andere Figur im Weg steht. Ihr Wert entspricht etwa neun Bauern. Die Dame sollte nicht zu früh ins Spiel gebracht werden, da sie dort leicht von weniger wertvollen Figuren angegriffen werden kann.

Der Turm ♖

Der Turm bewegt sich beliebig weit in gerader Linie – waagerecht oder senkrecht. Er ist nach der Dame die zweitstärkste Figur (Wert: ca. fünf Bauern) und besonders im Endspiel enorm stark. Zwei Türme auf einer offenen Linie bilden eine gefürchtete „Batterie". Der Turm nimmt an der Rochade teil, einem Sonderzug zusammen mit dem König.

Der Läufer ♗

Der Läufer zieht beliebig weit diagonal über das Brett. Da er nur auf Feldern einer Farbe bleibt, hat jeder Spieler einen weißfeldrigen und einen schwarzfeldrigen Läufer. Das Läuferpaar (beide Läufer zusammen) ist besonders stark, da es alle 64 Felder kontrollieren kann. Ein einzelner Läufer hat einen Wert von etwa drei Bauern.

Der Springer ♘

Der Springer ist die ungewöhnlichste Figur im Schach. Er bewegt sich in einer „L"-Form: zwei Felder in eine Richtung und eines quer dazu (oder umgekehrt). Seine Besonderheit: Er ist die einzige Figur, die über andere Figuren springen kann. Dies macht ihn besonders in geschlossenen Stellungen wertvoll. Sein Wert entspricht etwa drei Bauern.

Der Bauer ♙

Der Bauer ist die schwächste, aber zahlreichste Figur. Er zieht ein Feld geradeaus vorwärts (vom Startfeld aus optional zwei Felder) und schlägt diagonal ein Feld vorwärts. Die Besonderheit des Bauern: Erreicht er die gegnerische Grundreihe, wird er in eine beliebige Figur (außer König) umgewandelt – meistens in eine Dame. Dieser Zug heißt Bauernumwandlung und ist oft spielentscheidend.

FigurSymbolAnzahlWert (Bauern)Zugweise
König♔ ♚1∞ (unersetzlich)Ein Feld in jede Richtung
Dame♕ ♛1~9Waagerecht, senkrecht, diagonal
Turm♖ ♜2~5Waagerecht und senkrecht
Läufer♗ ♝2~3Diagonal
Springer♘ ♞2~3L-förmig, springt über Figuren
Bauer♙ ♟81Vorwärts, schlägt diagonal

Die Schach-Regeln

Das Ziel im Schach ist es, den gegnerischen König schachmatt zu setzen – also so zu bedrohen, dass er keinen legalen Zug mehr hat, um dem Angriff zu entkommen.

Grundregeln

  • Weiß beginnt: Die Partie startet immer mit dem Spieler, der die weißen Figuren führt.
  • Abwechselnd ziehen: Die Spieler ziehen im Wechsel jeweils eine Figur pro Zug.
  • Schlagen: Eine gegnerische Figur wird geschlagen, indem die eigene Figur auf deren Feld zieht. Die geschlagene Figur wird vom Brett entfernt.
  • Schach: Wird der König bedroht, steht er im „Schach". Der bedrohte Spieler muss den König im nächsten Zug aus dem Schach befreien.
  • Schachmatt: Kann der König dem Schach nicht entkommen (weder ziehen, blocken noch die angreifende Figur schlagen), ist er schachmatt – das Spiel ist verloren.

Sonderzüge

Die Rochade

Die Rochade ist der einzige Zug, bei dem zwei Figuren gleichzeitig bewegt werden. Der König zieht zwei Felder zum Turm, und der Turm springt über den König auf das Nachbarfeld. Es gibt eine kurze Rochade (Königsseite) und eine lange Rochade (Damenseite). Voraussetzungen: Weder König noch Turm dürfen zuvor gezogen haben, der König darf nicht im Schach stehen, und die Felder zwischen König und Turm müssen frei sein.

En Passant

Zieht ein Bauer von seiner Startposition zwei Felder vor und landet neben einem gegnerischen Bauern, darf dieser den vorgerückten Bauern „im Vorbeigehen" schlagen – als hätte er nur ein Feld gezogen. En Passant muss sofort im nächsten Zug ausgeführt werden.

Bauernumwandlung

Erreicht ein Bauer die letzte Reihe (Grundreihe des Gegners), wird er sofort in eine beliebige Figur umgewandelt: Dame, Turm, Läufer oder Springer. In der Regel wählt man die Dame als stärkste Figur – dies nennt man auch „Damenumwandlung".

💡 Tipp für Anfänger

Kontrolliert das Zentrum (die Felder e4, d4, e5, d5), entwickelt eure Figuren schnell (Springer und Läufer zuerst), rochiert früh zum Schutz des Königs und tauscht nie die Dame gegen eine weniger wertvolle Figur. Diese vier Grundprinzipien helfen euch, die meisten Anfängerpartien zu gewinnen.

Unentschieden (Remis)

Eine Schachpartie endet nicht immer mit einem Sieger. Es gibt mehrere Möglichkeiten für ein Remis:

  • Patt: Der Spieler am Zug steht nicht im Schach, hat aber keinen legalen Zug. Das Spiel endet sofort remis.
  • Dreimalige Stellungswiederholung: Tritt dieselbe Stellung dreimal auf, kann Remis beantragt werden.
  • 50-Züge-Regel: Wurden 50 Züge ohne Bauernzug oder Schlagzug gemacht, kann Remis beantragt werden.
  • Einigung: Beide Spieler können sich jederzeit auf Remis einigen.
  • Unzureichendes Material: Reicht das verbliebene Material nicht zum Mattsetzen (z.B. König gegen König), endet die Partie remis.

Schach-Varianten

Blitzschach

Beim Blitzschach hat jeder Spieler nur 3 bis 5 Minuten für die gesamte Partie. Schnelles Denken und gute Intuition sind hier wichtiger als tiefe Berechnung. Blitzschach ist besonders online sehr beliebt und eignet sich hervorragend, um Eröffnungen und Taktiken zu trainieren.

Bullet-Schach

Noch schneller als Blitz: Beim Bullet hat jeder Spieler nur 1 Minute. Hier zählen blitzschnelle Reflexe und Muster-Erkennung. Bullet-Schach ist mehr ein Geschicklichkeitsspiel als klassisches Schach.

Fischer-Random (Chess960)

Von Schachweltmeister Bobby Fischer erfunden: Die Figuren auf der Grundreihe werden zufällig angeordnet (960 mögliche Startpositionen). Dadurch wird Eröffnungstheorie irrelevant und reines Schachverständnis entscheidet. Seit 2019 gibt es offizielle Fischer-Random-Weltmeisterschaften.

Atomschach

Beim Schlagen einer Figur „explodiert" das Feld – alle angrenzenden Figuren (außer Bauern) werden ebenfalls entfernt. Ein einzelner Figurentausch kann das gesamte Brett verändern. Sehr beliebt auf Online-Plattformen.

Räuberschach (Antichess)

Das Ziel ist umgekehrt: Man muss alle eigenen Figuren verlieren. Schlagen ist Pflicht – kann man schlagen, muss man schlagen. Der König hat keine Sonderstellung und kann geschlagen werden.

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Häufige Fragen zu Schach

Kinder können Schach ab etwa 5-6 Jahren lernen. In diesem Alter verstehen sie die Grundregeln und können einfache Züge planen. Viele Schachvereine bieten spezielle Kurse für Kinder an. Weltklasse-Spieler wie Magnus Carlsen begannen mit 5 Jahren.

Die beliebtesten Online-Plattformen sind Chess.com und Lichess.org. Lichess ist komplett kostenlos und open source, Chess.com bietet eine kostenlose Basisversion mit optionalem Premium-Abo. Beide Plattformen haben Millionen aktiver Spieler und bieten alle Varianten an.

Die beliebtesten und stärksten Eröffnungszüge sind 1.e4 (Königsbauer) und 1.d4 (Damenbauer). Beide kontrollieren das Zentrum und öffnen Linien für die Figurenentwicklung. Für Anfänger empfiehlt sich 1.e4, da es zu offeneren, taktischeren Stellungen führt.