BrettspieleRatgeber

Dame spielen: Regeln für das 8x8-Brett und die internationale Dame

Bei der Dame ziehen zwei Spieler ihre Steine schräg über die dunklen Felder und schlagen gegnerische Steine durch Überspringen. Wer die gegenüberliegende Grundreihe erreicht, bekommt eine Dame, die weit ziehen darf. Gewonnen hat, wer dem Gegner alle Steine abnimmt oder ihm keinen Zug mehr lässt.

Ein hölzernes Damebrett mit hellen und dunklen runden Steinen in Grundaufstellung auf den dunklen Feldern
Bild: KI-generiert

Dame ist ein Brettspiel für zwei Personen, gespielt wird nur auf den dunklen Feldern. Es gibt Fassungen auf einem Brett mit 8 mal 8 Feldern, wie es Spielesammlungen beschreiben [1], und die internationale Dame auf 10 mal 10 Feldern [2]. Beide Fassungen folgen derselben Idee: Steine ziehen schräg nach vorn, gegnerische Steine werden übersprungen und vom Brett genommen, und wer die andere Seite erreicht, bekommt eine Dame. Im Kleingedruckten unterscheiden sie sich deutlich, vor allem bei der Frage, ob du schlagen musst. Hier stehen die Regeln für das 8x8-Brett nach dem Regelheft eines deutschen Spieleverlags [1] und die Regeln der internationalen Dame nach dem Reglement des niederländischen Damebunds KNDB [2].

Brett und Aufstellung

Zum Spiel auf dem 8x8-Brett gehören 12 helle und 12 dunkle Steine. Zuerst wird gelost, wer Weiß und wer Schwarz spielt. Jeder stellt seine 12 Steine auf die 12 dunklen Felder der drei Reihen, die ihm am nächsten liegen. Weiß beginnt [1]. Die beiden mittleren Reihen bleiben frei, dort treffen die Steine im Lauf der ersten Züge aufeinander.

Bei der internationalen Dame hat das Brett 100 Felder, die abwechselnd hell und dunkel sind. Gespielt wird auf den dunklen Feldern [2]. Das Brett liegt richtig, wenn die längste Diagonale aus dunklen Feldern von links unten nach rechts oben läuft. Jede Seite beginnt mit 20 Steinen, und auch hier zieht Weiß zuerst [2].

Ziehen und Schlagen

Ein einfacher Stein zieht schräg ein Feld nach vorn auf ein freies dunkles Feld. Besetzte Felder darf er nicht betreten, und rückwärts ziehen darf er nicht [1]. Dieser Grundzug ist in beiden Fassungen gleich [1, 2].

Eine Hand hebt einen dunklen Stein, um schräg über einen hellen Stein zu springen
Bild: KI-generiert

Schlagen durch Überspringen

Steht schräg vor deinem Stein ein gegnerischer Stein und ist das Feld direkt dahinter frei, springst du darüber und nimmst den gegnerischen Stein weg. Landest du auf einem Feld, von dem aus der nächste Sprung möglich ist, geht es im selben Zug weiter. So schlägst du in einem Zug mehrere Steine [1]. Über eigene Steine darfst du nicht springen [1].

Bei der internationalen Dame schlägt ein einfacher Stein ausdrücklich nach vorn und nach hinten [2]. Er darf während einer Schlagfolge dasselbe leere Feld mehrmals überqueren, aber denselben gegnerischen Stein nicht zweimal schlagen. Die geschlagenen Steine nimmt der Spieler erst nach dem ganzen Schlagzug vom Brett, in der Reihenfolge des Schlagens [2]. Bis dahin stehen sie im Weg. Das Regelheft für das 8x8-Brett beschreibt das Schlagen in Zugrichtung und sagt zum Rückwärtsschlagen einfacher Steine nichts [1]. Klärt diesen Punkt vor der Partie.

Schlagpflicht und Pusten

Hier liegt der größte Unterschied. Im Reglement der KNDB ist Schlagen Pflicht. Gibt es mehrere Möglichkeiten, musst du den Schlag wählen, der die meisten Steine bringt. Bringen zwei Wege gleich viele Steine, hast du die Wahl [2]. Diese Mehrheitsregel gilt für einfache Steine und Damen gleichermaßen.

Das Regelheft für das 8x8-Brett kennt dagegen das Pusten: Übersieht ein Spieler, dass er hätte schlagen können, und zieht stattdessen einen anderen Stein, kann der Gegner ihm den Stein ohne Weiteres wegnehmen. Welcher Stein gemeint ist, sagt das Regelheft nicht ausdrücklich [1].

Die Dame

Erreicht ein Stein die gegnerische Grundreihe, wird er zur Dame. Du kennzeichnest sie, indem du einen bereits geschlagenen Stein deiner Farbe daraufsetzt. Die Dame ist also ein Doppelstein [1]. Bei der internationalen Dame musst du die Dame erst so gekrönt haben, bevor du mit ihr ziehen darfst [2].

Zwei aufeinandergestapelte helle Steine als Dame auf einem Holzbrett, daneben einige dunkle Steine
Bild: KI-generiert

Eine Dame zieht auf freien dunklen Feldern beliebig weit in gerader Linie, vorwärts und rückwärts [1, 2]. Beim Schlagen darf sie aus der Entfernung anrücken, es können also mehrere freie Felder zwischen ihr und dem gegnerischen Stein liegen [1]. Nach dem Sprung landet sie bei der internationalen Dame auf einem beliebigen freien Feld hinter dem geschlagenen Stein [2]. Gestoppt wird eine Dame nur durch zwei gegnerische Steine direkt hintereinander oder durch den Brettrand. Geschlagen werden kann sie wie jeder andere Stein [1].

Umwandlung mitten im Schlagzug

Bei der internationalen Dame wird ein Stein nur dann zur Dame, wenn sein Zug auf der Grundreihe endet. Läuft er während einer Schlagfolge über die letzte Reihe und springt von dort weiter, bleibt er ein einfacher Stein [2].

Deutsche und internationale Dame im Vergleich

Die folgende Übersicht stellt die Regeln aus dem Regelheft für das 8x8-Brett [1] und dem Reglement der KNDB [2] nebeneinander:

Punkt8x8-Brett (Regelheft)Internationale Dame (KNDB)
Felder64100
Steine je Spieler1220
Wer beginntWeißWeiß
Einfacher Stein schlägt rückwärtsnicht geregeltja
Übersehener SchlagPusten: Gegner nimmt den Stein wegSchlagpflicht, größter Schlag geht vor
Damezieht beliebig weitzieht beliebig weit
Endealle Steine weg oder eingesperrtGegner am Zug hat keinen Zug oder gibt auf

Daneben gibt es weitere Familien. Beim englischen und amerikanischen Draughts oder Checkers zieht die Dame nur ein Feld weit, und einfache Steine schlagen nur nach vorn [6]. 2007 bewies ein Team um Jonathan Schaeffer, dass diese Fassung bei fehlerfreiem Spiel beider Seiten unentschieden endet [5]. Spielst du online gegen jemanden aus Großbritannien oder den USA, lohnt ein Blick auf die eingestellte Regelfassung.

Spielende und Remis

Nach dem Regelheft für das 8x8-Brett gewinnt, wer dem Gegner alle Steine abgenommen hat. Gewonnen hat auch, wer die gegnerischen Steine so einsperrt, dass sie nicht mehr ziehen können. Unentschieden geht eine Partie zum Beispiel aus, wenn jeder nur noch eine Dame hat und keiner sie so stellen will, dass sie geschlagen werden kann [1].

Die KNDB regelt das genauer. Gewonnen hat, wessen Gegner am Zug keinen regelgerechten Zug mehr machen kann oder aufgibt [2]. Remis ist eine Partie in folgenden Fällen [2]:

  • Beide Spieler einigen sich darauf.
  • Eine Dame steht gegen höchstens zwei Steine, darunter eine Dame, und nach fünf Zügen jeder Seite ist nichts entschieden.
  • Eine Dame steht gegen drei Steine, darunter eine Dame, und nach sechzehn Zügen jeder Seite ist nichts entschieden.
  • Beide Spieler haben 25 Züge hintereinander nur mit Damen gezogen, ohne zu schlagen.
  • Dieselbe Stellung ist zum dritten Mal entstanden, mit demselben Spieler am Zug.

Im Turnier der KNDB bekommt der Sieger standardmäßig zwei Punkte, bei Remis erhält jeder einen [2]. Remis vereinbaren dürfen die Spieler dort erst, wenn beide mindestens vierzig Züge gespielt haben. Sind die Züge nicht notiert, genügt es, wenn beide nur noch höchstens zehn Steine haben [2].

Notation auf dem 10x10-Brett

Für das Aufschreiben sind die 50 dunklen Felder von 1 bis 50 durchnummeriert. Ein Zug wird als Startfeld und Zielfeld notiert. Üblich, aber nicht vorgeschrieben ist ein Bindestrich für einen einfachen Zug und ein "x" für einen Schlag [2]. Aus "32-28" liest du also einen Zug von Feld 32 auf Feld 28, aus "28x19" einen Schlag. Wer seine Partien notiert, kann sie später nachspielen und Fehler suchen [2].

Erste Tipps für die Partie

Die Schlagpflicht lässt sich als Waffe nutzen. Du kannst einen Stein absichtlich hergeben, damit der Gegner schlagen muss und sein Stein danach auf einem Feld landet, von dem aus du mehrere Steine zurückschlägst. Weil der größte Schlag Pflicht ist [2], lassen sich solche Opfer bei der internationalen Dame besonders genau berechnen. Beim Spiel mit Pusten bestraft der Gegner einen versäumten Schlag mit dem Wegnehmen eines Steins [1]. Wer ein Opfer anbietet, kann sich dort weniger sicher sein, dass der Gegner schlägt.

Zwei ältere Erwachsene spielen an einem Holztisch im Wohnzimmer eine Partie Dame
Bild: KI-generiert

Für Einsteiger helfen drei Gewohnheiten. Lass deine Grundreihe möglichst lange stehen, denn jeder Stein dort versperrt dem Gegner ein Feld für die Umwandlung. Steine in der Mitte des Bretts haben mehr Zugmöglichkeiten als Steine am Rand. Und vor jedem Zug lohnt die Frage, welchen Schlag du dem Gegner damit erlaubst. Eine Dame ist beweglicher als ein einfacher Stein, weil sie weit zieht und aus der Entfernung schlägt [1].

Woher das Spiel kommt

Die Ursprünge sind umstritten. Nach der International Draughts Federation setzen Historiker die Erfindung des modernen Damespiels im 12. Jahrhundert an, wohl in Südfrankreich, wo die Regeln des älteren Alquerque mit einem Schachbrett verbunden wurden. Das älteste bekannte Buch über Dame erschien 1547 in Valencia [3]. Nach der Darstellung auf MindSports wurde die Schlagpflicht im 15. Jahrhundert eingeführt, zunächst mit dem Pusten als Strafe, und die Fassung auf 10 mal 10 Feldern kam im 16. Jahrhundert in den Niederlanden auf. Die oft erzählte Entstehung um 1723 in Paris hält der dort zitierte Historiker Arie van der Stoep für unhaltbar, weil schon ein Wörterbuch von 1710 das polnische Damespiel erwähnt [4].

Wer nach der Dame ein weiteres Spiel für zwei Personen sucht, findet es unter Brettspiele zu zweit. Auf demselben Brett wird Schach gespielt, die Zugregeln stehen unter Schachregeln einfach erklärt. Ebenfalls ohne Würfel kommen Mühle und Go aus, weitere bekannte Titel stehen in der Übersicht Brettspielklassiker für jede Generation.

  1. Organisation 99er Spielesammlung: Spielregeln (Art. 60 611 2580), Abschnitt 2 Dame. Noris-Spiele, Georg Reulein GmbH & Co KG. Stand 2013. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Spel- en Wedstrijdreglement, Spelreglement Artikel 1 bis 13 und Artikel 15 (Puntentelling). Koninklijke Nederlandse Dambond (KNDB). Stand März 2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation A history of Draughts. International Draughts Federation (IDF). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. The History of Draughts (On the Evolution of Draughts Variants). MindSports. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Studie Checkers Is Solved. Jonathan Schaeffer u. a., Science 317 (5844), S. 1518 bis 1522. Stand 14.09.2007. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation WCDF Rules of Draughts. World Checkers Draughts Federation (WCDF), abrufbar bei usacheckers.com. Stand 2008. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.