KartenspieleRatgeber
Skip-Bo Regeln: Spielerstapel, Ablagestapel und Hilfsstapel
Bei Skip-Bo will jeder als Erster seinen Spielerstapel loswerden. Dazu legt ihr Karten in der Tischmitte auf bis zu vier Ablagestapel, die mit einer 1 beginnen und bis 12 aufsteigen. Skip-Bo-Karten sind Joker, und jeder Zug endet damit, dass du eine Handkarte auf einen deiner Hilfsstapel legst.

Skip-Bo ist ein Kartenspiel von Mattel für 2 bis 6 Spieler ab 7 Jahren [1]. Jeder hat einen eigenen Stapel verdeckter Karten vor sich und versucht, ihn als Erster abzubauen. Abgelegt wird in der Tischmitte auf gemeinsame Stapel, die immer von 1 bis 12 aufsteigen [1]. Die Regeln auf dieser Seite folgen der Anleitung der Deluxe-Ausgabe von Mattel [1]. Die deutschen Namen der Stapel stammen aus einer deutschen Mattel-Anleitung von 2022 [2].
Spielmaterial und Ziel
Das Spiel hat 162 Karten: 144 Karten mit den Zahlen 1 bis 12 und 18 Skip-Bo-Karten [1]. Die Skip-Bo-Karten sind Joker und können jede Zahl ersetzen [1, 2]. Leere Karten, die manchen Ausgaben beiliegen, werden laut Anleitung aussortiert und nicht gebraucht [1].

Gewonnen hat, wer als Erster alle Karten seines Spielerstapels abgelegt hat [1]. Handkarten und Hilfsstapel spielen am Ende keine Rolle. Sie helfen nur dabei, an die Karten des Spielerstapels heranzukommen.
Die vier Stapelarten
Auf dem Tisch liegen bei Skip-Bo vier Arten von Stapeln. Zwei davon nutzen alle gemeinsam, zwei gehören jedem Spieler allein [1, 2]:
| Stapel | Wem er gehört | Was gilt |
|---|---|---|
| Spielerstapel | jedem Spieler | verdeckt, nur die oberste Karte liegt offen und ist spielbar [1] |
| Nachziehstapel | allen | verdeckt in der Mitte, von hier füllst du deine Hand auf [1] |
| Ablagestapel | allen | höchstens vier, jeder beginnt mit einer 1 oder einem Joker und steigt bis 12 [1, 2] |
| Hilfsstapel | jedem Spieler | höchstens vier, Karten in beliebiger Reihenfolge, nur die oberste ist spielbar [1] |
Zu Beginn liegen weder Ablagestapel noch Hilfsstapel auf dem Tisch. Sie entstehen erst im Lauf des Spiels [1]. In der englischen Anleitung heißen die Stapel Stock, Draw, Building und Discard Piles [1].
Vorbereitung
Die Karten werden gemischt, und jeder zieht eine Karte. Wer die höchste hat, gibt. Skip-Bo-Karten zählen dabei nicht [1]. Nach jeder Partie wechselt der Geber nach links [1].
Bei 2 bis 4 Spielern bekommt jeder 30 Karten verdeckt als Spielerstapel, bei 5 oder 6 Spielern 20 Karten [1]. Jeder dreht nur die oberste Karte seines Stapels um und legt sie offen darauf. Die übrigen Karten seines Stapels sieht er sich nicht an [1]. Der Rest des Spiels kommt verdeckt als Nachziehstapel in die Mitte [1].
So läuft ein Zug
Es beginnt der linke Nachbar des Gebers [1]. Im ersten Zug ziehst du 5 Karten vom Nachziehstapel. In jedem späteren Zug füllst du deine Hand zuerst wieder auf 5 Karten auf [1]. Danach legst du so viele Karten wie möglich auf die Ablagestapel in der Mitte. Spielbar sind deine Handkarten, die oberste Karte deines Spielerstapels und die oberste Karte jedes deiner Hilfsstapel [1].

Hast du die oberste Karte deines Spielerstapels abgelegt, deckst du die nächste auf und darfst auch sie legen, sobald sie passt [2]. Kannst du nicht mehr legen oder willst es nicht, beendest du den Zug: Du legst eine Handkarte auf einen deiner Hilfsstapel [1]. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe.
Wirst du in einem Zug alle 5 Handkarten auf den Ablagestapeln los, ziehst du sofort 5 neue und spielst weiter [1]. Die deutsche Anleitung von 2022 stellt klar, dass die fünfte Karte, die du zum Schluss auf einen Hilfsstapel legst, dafür nicht zählt [2].
Ein Zug als Beispiel
In der Mitte liegen zwei Ablagestapel, oben eine 3 und eine 7. Dein Spielerstapel zeigt eine 5, auf der Hand hast du eine 4, eine 8, einen Joker, eine 11 und eine 12. Du legst die 4 auf die 3 und danach die 5 von deinem Spielerstapel. Darunter kommt eine 2 zum Vorschein, die gerade nirgends passt. Auf die 7 legst du die 8 aus der Hand. Den Joker könntest du als 9 anlegen, doch dann fehlt dir die 10, und du hättest ihn verbraucht. Also behältst du ihn und beendest den Zug, indem du die 11 auf einen Hilfsstapel legst.
Ablagestapel aufbauen und abräumen
Ein neuer Ablagestapel beginnt immer mit einer 1 oder einer Skip-Bo-Karte. Danach kommen die Zahlen der Reihe nach bis 12 [1]. Liegt oben eine 4, passt nur eine 5 oder ein Joker, der dann als 5 gilt. Danach geht es mit der 6 weiter [2].
Ist ein Ablagestapel bei 12 angekommen, wird er weggenommen, und an seiner Stelle kann ein neuer beginnen [1]. Mehr als vier Ablagestapel darf es gleichzeitig nicht geben. Liegen schon vier aus, muss eine 1 warten, bis einer davon fertig ist [2]. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, werden die fertigen Ablagestapel gemischt und bilden den neuen Nachziehstapel [1].
Hilfsstapel geschickt nutzen
Auf deine Hilfsstapel darfst du Karten in jeder Reihenfolge legen, spielbar ist aber immer nur die oberste [1]. Hast du bereits vier Hilfsstapel, landet die Karte am Ende deines Zuges auf einem davon und deckt eine andere zu.

Eine Möglichkeit ist, gleiche Zahlen auf denselben Hilfsstapel zu legen oder absteigend zu stapeln, etwa eine 9 auf eine 10. So kommen die Karten später in einer brauchbaren Reihenfolge wieder frei. Eine Karte, die du bald brauchst, gehört nicht unter eine andere. Einen Joker legst du besser nicht auf einen Hilfsstapel, solange du ihn in der Hand halten kannst, denn auf der Hand ist er sofort einsetzbar.
Spielende und Punkte
Die Partie endet, sobald ein Spieler die letzte Karte seines Spielerstapels abgelegt hat [1]. Wer mehrere Partien spielen will, kann Punkte zählen: Der Gewinner bekommt 25 Punkte für den Sieg und 5 Punkte für jede Karte, die in den Spielerstapeln seiner Mitspieler übrig ist [1]. Wer zuerst 500 Punkte erreicht, gewinnt [1].
Ein Beispiel: Du gewinnst eine Partie zu dritt, ein Mitspieler hat noch 6 Karten im Spielerstapel, der andere 11. Das ergibt 25 plus 17 mal 5, also 110 Punkte.
Sonderfälle und Spiel mit Partnern
Die Anleitung regelt einige Fehler im Spiel [1]:
- Wer versehentlich zu viele Karten zieht, mischt die überzähligen in seinen eigenen Spielerstapel.
- Wer außer der Reihe zieht und spielt und dabei bemerkt wird, bricht sofort ab, und die richtige Reihenfolge gilt wieder. Ist er dann regulär dran, muss er ohne Nachziehen spielen.
- Bemerkt niemand den Fehler, bis der Zug zu Ende ist, gilt der Zug. Es geht mit dem linken Nachbarn des Spielers weiter, der außer der Reihe war.
Skip-Bo lässt sich auch in Partnerschaften spielen [1]. Ist einer der beiden Spielerstapel leer, dürfen beide Partner weiter aus ihren übrigen Hilfsstapeln und Spielerstapeln spielen. Gewonnen hat das Paar erst, wenn beide Spielerstapel leer sind [1].
Unterschiedliche Ausgaben
Mattel verkauft Skip-Bo in mehreren Ausgaben, deren Anleitungen voneinander abweichen. Die deutsche Anleitung von 2022 gehört zu einer Ausgabe mit 168 Karten und 72 Münzen [2]. Dort bekommt jeder nur 15 Karten in den Spielerstapel und 12 Münzen, und der jüngste Spieler beginnt [2]. Mit den Münzen kann man eine fehlende Karte ersetzen, eine Karte vom Hilfs- oder Spielerstapel eines Mitspielers kaufen oder eine Gebühr bezahlen, die auf manchen Karten abgebildet ist [2]. Wer eine solche Ausgabe besitzt, spielt nach deren Heft. Die Grundregeln mit Spielerstapel, Ablagestapeln von 1 bis 12 und vier Hilfsstapeln sind in beiden Anleitungen gleich [1, 2].
Herkunft und Spiel mit normalen Karten
Skip-Bo ist eine Kaufausgabe des älteren Kartenspiels Spite and Malice, auf Deutsch auch Trotz und Bosheit genannt [3]. Veröffentlicht hat es 1967 Minnie Hazel "Skip" Bowman, produziert wurde es in Texas. 1980 kaufte International Games die Rechte [3]. International Games gehört seit 1992 zu Mattel [5].
Spite and Malice spielt man mit zwei gewöhnlichen Paketen zu je 52 Karten. Die Mittelstapel beginnen mit dem Ass und steigen bis zur Dame, die Könige sind Joker [4]. Wer kein Skip-Bo im Schrank hat, kann so mit zwei Romméblättern ohne Joker ein ähnliches Spiel aufbauen. Pagat beschreibt dazu eine Variante, bei der die Hilfsstapel aufgefächert liegen, damit niemand sich die verdeckten Karten merken muss [4].
Ein weiteres Ablegespiel mit eigenen Karten ist UNO. Wer gern Zahlenreihen auslegt, findet ähnliche Ideen bei Elfer raus und Rummikub. Einen Überblick über alle Regeln gibt Kartenspiele: Regeln im Überblick, für größere Runden hilft Spieleabend planen. Geschenkideen für ältere Verwandte stehen unter Geschenke für Oma und Opa.
- Organisation Skip-Bo Deluxe: How to Play (N7808-0920). Mattel, Inc.. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Skip-Bo Spielanleitung (HJR21-7A70), deutsche Fassung einer Ausgabe mit Münzen. Mattel. Stand 2022. abgerufen am 29.10.2026
- Skip-Bo. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Spite and Malice. John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- UNO Celebrates 50 Years of Being Wild. James Zahn, The Toy Book. Stand 11.01.2021. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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