Gruppen- und PartyspieleRatgeber
Wer bin ich? Spielregeln, gute Fragen und Begriffe für jede Runde
Bei Wer bin ich? trägt ein Spieler einen Begriff an der Stirn, den alle sehen außer ihm selbst. Er stellt Fragen, die die anderen nur mit Ja oder Nein beantworten, bis er weiß, wer oder was er ist. In der Fassung von HABA zählt jeder übrige Zählstein als Punkt.

Wer bin ich? ist ein Ratespiel, das ohne viel Material auskommt. Ein Spieler bekommt einen Begriff an die Stirn, den alle lesen oder sehen können außer ihm selbst. Er muss ihn mit Fragen herausfinden, auf die die anderen nur mit "Ja" oder "Nein" antworten dürfen [2]. Die Bastelanleitung von Aduis nennt dafür mindestens 4 Spieler ab 8 Jahren, Klebezettel und einen Stift, eine feste Spieldauer gibt es nicht [2]. HABA verkauft das Spiel als Schachtel mit Stirnband und Bildkarten und beschreibt es als Ratespiel-Klassiker für 2 und mehr Spieler von 5 bis 99 Jahren. Das Spiel dauert dort 10 bis 15 Minuten [1]. Die Regeln unten folgen dem Regelheft von HABA und der einfachen Fassung mit Klebezetteln.
Material und Vorbereitung
Für die Partyfassung reichen Klebezettel und ein Stift [2]. Jeder denkt sich für seinen Sitznachbarn einen Namen oder eine Bezeichnung aus und schreibt sie auf einen Zettel. Dann bekommt jeder seinen Zettel auf die Stirn geklebt, sodass alle anderen ihn lesen können [2]. Achtet darauf, dass niemand beim Aufkleben einen Spiegel, ein Fenster oder eine glänzende Fläche im Rücken hat.

Die Schachtel von HABA enthält ein Stirnband, einen Magneten, 40 Karten und 10 Zählsteine [1]. Die Karten liegen gemischt als verdeckter Stapel in der Tischmitte, die Zählsteine als Vorrat daneben [1]. Statt der Karten könnt ihr laut Regelheft auch eigene Begriffe auf Zettel schreiben oder malen und am Stirnband befestigen [1]. Gerade für Kinder, die noch nicht lesen, sind gemalte Begriffe praktisch.
So läuft eine Runde
Im HABA-Spiel ist immer ein Spieler der Ratefuchs, alle anderen sind Schiedsrichter [1]. Der Ratefuchs nimmt alle Zählsteine, setzt das Stirnband auf und schließt die Augen. Die Schiedsrichter ziehen die oberste Karte und heften sie mit dem Magneten so an das Stirnband, dass alle außer ihm das Motiv sehen [1]. Dann öffnet er die Augen und fragt. Welche Fragen er stellt, ist seine Sache, sie müssen sich aber immer mit "Ja" oder "Nein" beantworten lassen [1].

- Antwort "Ja": Der Ratefuchs ist auf der richtigen Spur und stellt sofort die nächste Frage [1].
- Antwort "Nein": Er gibt einen Zählstein ab und fragt danach weiter [1].
- Keine Einigung: Können sich die Schiedsrichter nicht auf Ja oder Nein einigen oder die Frage nicht beantworten, behält er seinen Zählstein und darf neu fragen [1].
Statt einer Frage darf der Ratefuchs jederzeit raten, wer oder was er ist. Ein falscher Tipp kostet einen Zählstein. Ein richtiger Tipp beendet die Runde, und für jeden übrigen Zählstein bekommt er einen Punkt [1]. Sind alle Zählsteine weg, endet die Runde ebenfalls. Er darf seine Karte ansehen, erhält aber keine Punkte [1]. Danach wandert das Stirnband im Uhrzeigersinn weiter. Das Spiel endet, wenn jeder einmal Ratefuchs war. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt, bei Gleichstand gibt es mehrere Sieger [1].
Alle gleichzeitig mit Klebezetteln
In der Partyfassung trägt jeder gleichzeitig einen Zettel, und jeder versucht über Fragen herauszufinden, wer er ist [2]. Damit es nicht durcheinandergeht, bietet sich als Hausregel eine feste Reihenfolge an (sie steht in keiner der Anleitungen): Reihum stellt jeder eine Frage, bei einem Ja darf er weiterfragen, bei einem Nein ist der Nächste dran. Wer seinen Begriff errät, nimmt den Zettel ab und hilft beim Antworten. Ohne Zählsteine spielt ihr auf Zeit oder einfach so lange, bis alle ihren Begriff kennen.
Wer bin ich digital
Die Pfadfinder der DPSG Paderborn beschreiben eine Fassung für Videoanrufe und Chats ab 2 Spielern mit einer Spielleitung. Jeder schickt der Spielleitung eine berühmte Persönlichkeit, die Spielleitung verteilt die Ideen per Zufall [3]. Vorher legt die Gruppe fest, ob auch Comicfiguren oder Tiere erlaubt sind [3]. Wer rät, stellt Ja-Nein-Fragen, bis er die Person kennt. Auf Wunsch gibt es 1 bis 3 Tipps, die er einlösen darf, wenn die Regel für alle gilt [3].
Gute Fragen stellen
HABA schlägt Fragen vor wie "Bin ich ein Tier?", "Gibt es mich in der Küche?" oder "Würdet ihr mich essen?" [1]. Solche Fragen teilen die Möglichkeiten grob auf. Wer dagegen gleich nach einem bestimmten Begriff fragt, verliert bei einem Nein meist nur eine einzige Möglichkeit und bei HABA außerdem einen Zählstein. Als eigener Tipp, nicht aus dem Regelheft, führt ein guter Weg vom Allgemeinen zum Besonderen:

- Art des Begriffs: Mensch, Tier, Gegenstand, Ort oder Figur aus einer Geschichte?
- Eigenschaften: groß oder klein, lebendig oder nicht, echt oder erfunden?
- Umfeld: Wo kommt der Begriff vor, im Haus, in der Natur, in einem Märchen, im Fernsehen?
- Tätigkeit oder Zweck: Was macht die Person, wofür benutzt man den Gegenstand?
- Erst zum Schluss raten, wenn nur noch wenige Möglichkeiten übrig sind.
Für die Antwortenden gilt: Ehrlich und eindeutig antworten, auch wenn die Frage ungeschickt gestellt ist. Ist eine Antwort strittig, hilft die HABA-Regel, nach der eine Frage ohne Einigung nicht zählt [1]. Wer Hinweise mit Gesten oder Lachen gibt, nimmt dem Ratenden den Spaß.
Typische Streitfälle
Oft hängt eine Antwort davon ab, wie man den Begriff versteht. Ist eine Tomate ein Gemüse oder eine Frucht? Gehört ein Fahrrad zu den Fahrzeugen? Legt vor dem Spiel fest, dass im Zweifel die übliche Bedeutung gilt, also das, was die meisten in der Runde zuerst denken würden. Wenn die Schiedsrichter sich trotzdem nicht einigen, zählt die Frage bei HABA nicht, und der Ratende darf eine neue stellen [1]. Ein zweiter Streitpunkt sind Tipps, die fast stimmen. Wer "Hund" sagt, obwohl "Dackel" gesucht ist, sollte ein "fast" hören und weiterraten dürfen. Wie streng ihr das handhabt, sprecht ihr am besten vor der ersten Runde ab.
Begriffe für jede Runde
Die Begriffe entscheiden darüber, wie schwer das Spiel wird. Bei HABA geht es um Motive wie einen Bäcker, einen Löwen oder eine Gießkanne [1]. Für Erwachsene eignen sich auch Figuren aus Büchern, Filmen und Geschichte, solange alle in der Runde sie kennen. Diese Liste ordnet Vorschläge nach Gruppe:
| Gruppe | Leicht | Schwerer |
|---|---|---|
| Tiere | Hund, Katze, Elefant, Pinguin | Erdmännchen, Seepferdchen, Faultier, Tintenfisch |
| Berufe | Bäcker, Ärztin, Feuerwehrmann, Lehrerin | Schornsteinfeger, Hebamme, Dirigentin, Imker |
| Gegenstände | Regenschirm, Zahnbürste, Ball, Kochtopf | Kompass, Fingerhut, Sanduhr, Gießkanne |
| Märchen und Sagen | Rotkäppchen, Schneewittchen, Hänsel, Froschkönig | Rumpelstilzchen, Frau Holle, Rübezahl, Till Eulenspiegel |
| Orte | Strand, Zoo, Bahnhof, Schwimmbad | Leuchtturm, Bergwerk, Sternwarte, Wüste |
| Essen | Pizza, Banane, Brezel, Eis | Sauerkraut, Artischocke, Marzipan, Sushi |
Bei bekannten Persönlichkeiten lohnt eine kurze Absprache vorab, ob nur Menschen zählen, die alle kennen, oder auch Sportler, Musiker und Figuren aus Serien. So vermeidest du Runden, in denen der Ratende keine Chance hat. Mit Kindern spielt ihr besser mit Tieren und Gegenständen aus ihrem Alltag.
Wer bin ich mit Kindern
Die HABA-Fassung ist schon für Kinder ab 5 Jahren gedacht, weil die Karten Bilder zeigen und niemand lesen muss [1]. Kleine Kinder brauchen anfangs Hilfe beim Formulieren. Ein Erwachsener kann neben dem Kind sitzen und mit ihm gemeinsam überlegen, welche Frage als Nächstes sinnvoll ist. Für die ersten Runden passen Begriffe aus dem Alltag: Tiere vom Bauernhof, Spielsachen, Obst und Dinge aus dem Kinderzimmer.
Wenn ein Kind sehr lange rät und die Lust verliert, hilft ein kleiner Hinweis, etwa auf die Farbe oder das Geräusch des gesuchten Tieres. Beim Kindergeburtstag kann jedes Kind einmal Ratefuchs sein, die anderen antworten im Chor mit Ja oder Nein. So bleiben alle beteiligt, auch wenn gerade nur einer rät.
Varianten für Fortgeschrittene
Ein festes Fragenlimit macht das Spiel strenger. Mit 20 Fragen erinnert es an das bekannte Ratespiel 20 Questions. Das gleichnamige Kartenspiel von Piatnik funktioniert allerdings anders: Dort liest ein Vorleser nummerierte Hinweise vor. Es erschien nach Angabe des Verlags Anfang der 1990er Jahre erstmals im deutschsprachigen Raum und später auch unter dem Namen Querdenker [4]. Ihr könnt auch in Teams spielen: Zwei Spieler teilen sich einen Begriff und fragen abwechselnd. Ein richtiger Tipp zählt dann für beide, und das Paar darf sich vor jeder Frage kurz flüsternd absprechen. Eine Sanduhr oder ein Zeitlimit pro Runde hält das Tempo hoch, wenn viele mitspielen.
In der Schule oder im Seminar eignet sich Wer bin ich? auch zum Wiederholen von Lernstoff. Die Begriffe kommen dann aus einem gemeinsamen Thema, etwa Tiere eines Kontinents, Werkzeuge aus der Werkstatt oder Vokabeln einer Fremdsprache. Wer fragt, muss die Merkmale des Themas kennen, und wer antwortet, muss sie richtig zuordnen. Bei Vokabeln stellt ihr die Fragen in der Fremdsprache, das übt nebenbei einfache Sätze.
Weitere Ratespiele für die Gruppe sind Montagsmaler und Stadt, Land, Fluss. Mehr Ideen für viele Leute stehen im Bereich Gruppen- und Partyspiele. Mit kleinen Kindern passen Ich sehe was, was du nicht siehst und die Spiele für den Kindergeburtstag, unterwegs die Spiele für die Autofahrt.
- Organisation Wer bin ich? Spielanleitung (Art.-Nr. 2012191001). HABA-Spiele Bad Rodach, HABA Sales GmbH und Co. KG. Stand 2014. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Spielidee: Wer bin ich? (Nr. 100.696). Aduis. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wer bin ich: digital. DPSG Diözesanverband Paderborn. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 20 Questions: Spielanleitung (Spiel Nr. 661396). Piatnik, Wien. Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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