Kinderspiele für drinnen und draußenRatgeber

Spiele für draußen: Klassiker für Garten, Hof und Wiese

Bewährte Spiele für draußen sind Wettspiele wie Sackhüpfen und Eierlauf, Fangspiele wie Weißer Hai und Plumpsack, Verstecken und Hüpfspiele mit Kreide, Seil oder Gummiband. Die meisten brauchen kaum Material, nur Platz und ein paar Mitspielende.

Zwei leere Jutesäcke und ein Holzlöffel auf einer sonnigen Wiese, davor ein Seil als Startlinie
Bild: KI-generiert

Für die meisten Spiele im Freien reichen eine Wiese, ein Hof oder ein ruhiger Weg. Material ist oft gar nicht nötig, manchmal ein Seil, ein Stück Kreide oder ein alter Sack. Viele der Spiele auf dieser Seite stammen aus der Sammlung "Spiele von gestern für Kinder von heute" der Aktion DAS SICHERE HAUS. Die Spiele darin beruhen auf Erinnerungen von Seniorinnen und Senioren an ihre Kindheit [1]. Für Sackhüpfen, Eierlauf, Fangen und Verstecken gibt es kein Regelheft. Hier gelten die überlieferten Grundregeln, die ihr vor dem Spiel gemeinsam festlegt.

Warum Bewegung draußen zählt

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kindern und Jugendlichen von 5 bis 17 Jahren täglich 60 Minuten körperliche Aktivität [2]. Für Kinder im Grundschulalter nennen die deutschen Bewegungsempfehlungen 90 Minuten am Tag mit mittlerer bis hoher Beanspruchung [2]. Das ist erreicht, wenn Kinder die Bewegung als etwas anstrengend oder anstrengend empfinden [2]. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit zählt Fangenspielen, Toben und Klettern in der Pause ausdrücklich zur intensiven Bewegung [2].

Wettspiele für Garten und Sommerfest

Diese Spiele passen zu Kinderfesten, Schulfesten und Geburtstagen im Garten. Sie lassen sich als Wettlauf zwischen Einzelnen oder als Staffel zwischen Gruppen spielen.

Eine Reihe großer Löffel mit weißen Eiern liegt an einem Seil auf kurzem Rasen
Bild: KI-generiert

Sackhüpfen

Beim Sackhüpfen steigen die Kinder mit beiden Beinen in einen leeren Sack, der bis knapp unter die Hüfte reicht. Sie halten ihn mit beiden Händen fest und hüpfen um die Wette zum Ziel [3]. Das Spiel gilt heute vor allem als Kinderspiel und ist auf Kinderfesten beliebt [3]. Bei den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis soll es sogar einen Wettbewerb im Sackhüpfen gegeben haben, den das Internationale Olympische Komitee aber nicht als olympisch wertet [3]. Gut geeignet sind Säcke aus Jute oder festem Stoff. Spielt auf weichem, ebenem Rasen ohne Steine, denn beim Hüpfen im Sack fallen Kinder leicht hin.

Eierlauf

Beim Eierlauf balancieren die Kinder ein rohes oder gekochtes Ei auf einem Koch- oder Suppenlöffel bis zur Ziellinie. Fällt das Ei herunter, darf es wieder aufgelegt werden. Wer zuerst die Ziellinie überschreitet, gewinnt [4]. Hindernisse, die umrundet oder durchkrabbelt werden müssen, machen die Strecke schwerer [4]. Statt Eiern gehen auch Tischtennisbälle, kleine runde Steine oder kleine Kartoffeln. Bei vielen Kindern lohnt sich eine Staffel, bei der das Ei weitergegeben wird [4].

Schiebekarre

Für die Schiebekarre braucht ihr mindestens vier Kinder, eine gerade Zahl und eine Start- und eine Ziellinie. Ein Kind stützt sich auf die Hände wie beim Liegestütz, ein zweites hebt seine Beine an, und das vordere Kind läuft auf den Händen. Das Ziel liegt je nach Alter etwa fünf bis zehn Meter entfernt. Das Paar, das zuerst ankommt, gewinnt [1]. Die Aktion nennt sechs Jahre als Mindestalter [1].

Fangspiele

Beim Fangen versucht eine Person, die anderen durch Berühren zu fangen. Wer gefangen ist, wird meist selbst zum Fänger [5]. Oft gilt die Regel, dass man den Fänger nicht sofort zurückfangen darf [5]. Ein Freimal schützt vor dem Fangen. Je nach Region heißt es Haus, Aus, Insel oder ganz anders [5]. Bekannte Abwandlungen sind das Versteinern, bei dem Gefangene stehen bleiben, bis andere sie befreien, und das Kettenfangen, bei dem sich Gefangene dem Fänger anschließen [5].

Weißer Hai

Ein Kind ist der weiße Hai, die anderen sind Fische. Die Fische stellen sich in etwa 10 bis 30 Metern Entfernung in einer Reihe auf. Der Hai ruft "Wer hat Angst vorm weißen Hai?", die Fische antworten "Niemand". Auf die Frage "Und wenn er kommt?" rufen sie "Dann laufen wir!" und rennen zur anderen Seite. Wer gefangen wird, ist der nächste Hai [1]. Das Spiel braucht eine größere Freifläche und mindestens drei Kinder ab acht Jahren [1].

Plumpsack

Die Kinder bilden einen weiten Kreis mit dem Gesicht zur Mitte. Der Plumpsack geht außen herum, während alle "Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht um" singen. Er lässt ein geknotetes Tuch, eine Socke oder eine Mütze unauffällig hinter einem Kind fallen. Dieses Kind muss es schnell bemerken und den Plumpsack fangen, bevor er auf dem frei gewordenen Platz ankommt [1]. Erwischt es ihn, muss der Plumpsack in die Mitte des Kreises, ins "faule Ei" [1]. Die Aktion nennt sechs Jahre und mindestens zehn Kinder [1].

Dritten abschlagen

Für dieses Spiel braucht ihr mindestens zwölf Kinder, am besten eine durch drei teilbare Zahl. Dreiergruppen stehen hintereinander im Kreis. Ein Kind läuft um den Kreis und wird von einem Fänger verfolgt. Stellt es sich vor eine Dreiergruppe, läuft deren hinterstes Kind los und wird zum Fänger, während der bisherige Fänger nun wegläuft. Die Rollen wechseln ständig [1]. Die Aktion nennt neun Jahre als Mindestalter [1].

Verstecken

Beim Verstecken schließt ein Kind am Mal, dem Startpunkt, die Augen und zählt laut bis zu einer vereinbarten Zahl. In dieser Zeit verstecken sich die anderen [6]. Dann beginnt die Suche. Gefundene Kinder werden am Mal angeschlagen. Wer es vorher unbemerkt zum Mal schafft, kann sich selbst freischlagen [6]. Oft sucht in der nächsten Runde eines der gefundenen Kinder [6].

Eine alte breite Eiche in einem ruhigen Park, dichte Büsche am Stamm, Sonnenflecken im Laub
Bild: KI-generiert

Eine ältere Form ist das Spiel Im Bann. Der Bannmeister zählt bis 50 oder 100, ruft "Ich komme" und sucht die anderen. Wen er entdeckt, ruft er mit Vornamen in den Bann, etwa "Maria im Bann". Gefangene können befreit werden, wenn sie ein Kind entdecken, das mit einem weißen Tuch winkt. Sieht der Bannmeister das winkende Kind zuerst, muss es ebenfalls in den Bann [1]. Die Aktion nennt es für drei bis zehn Kinder ab sieben Jahren [1].

Spiele mit Kreide, Seil und Gummiband

Für Hüpfspiele reicht ein Stück Pflaster oder ein fester Weg.

Ein Springseil mit Holzgriffen, ein weißes Gummiband und bunte Kreidestücke auf sonnigem Pflaster
Bild: KI-generiert

Hinkekasten

Beim Hinkekasten, auch Hinke-Hoppse oder Hinkebock genannt, malt ihr mit Kreide mehrere Felder in Kreuzform auf den Boden. Ein Kind wirft einen flachen Stein in das erste Feld und hüpft auf einem Bein durch die Felder, wobei das Feld mit dem Stein übersprungen wird. Auf dem Rückweg hebt es den Stein auf, ohne das zweite Bein abzusetzen. Landet der Stein falsch oder tritt das Kind auf eine Linie, ist das nächste an der Reihe [1].

Gummitwist

Ein vier bis fünf Meter langes Gummiband wird an den Enden zusammengeknotet. Zwei Kinder stehen sich gut zwei Meter entfernt gegenüber und spannen es in Knöchelhöhe als etwa 40 Zentimeter breite Gasse. Das dritte Kind hüpft eine verabredete Folge von Sprüngen, bis es einen Fehler macht. Haben alle die Stufe geschafft, wandert das Band höher, zuerst auf Kniehöhe [1]. Fehlen Mitspielende, lässt sich das Band auch zwischen zwei Stühle spannen [1].

Seilspringen

Allein schwingt ein Kind das Seil über den Kopf und springt bei jeder Drehung darüber. Bei der Gruppenform halten zwei ein langes Seil, und ein bis drei Kinder springen hinein, bis jemand auf das Seil tritt [1]. Ein Lied wie "Teddybär, Teddybär, dreh dich um" gibt dabei den Takt vor [1].

Ruf- und Laufspiele

Bei Ochs am Berge steht ein Kind mit dem Gesicht zur Wand und ruft "Ochs am Berge, eins, zwei, drei". Die anderen starten etwa zehn Meter entfernt und laufen los, solange es ruft. Dreht es sich um, müssen alle erstarren. Wer sich noch bewegt, muss zurück zur Startlinie. Gewonnen hat, wer zuerst die Wand berührt [1].

Ähnlich funktioniert "Mutter, wie weit darf ich reisen?". Die Mutter oder der Vater antwortet zum Beispiel "Bis nach Berlin", und das fragende Kind darf so viele Schritte gehen, wie die Antwort Silben hat. Vergisst es, vorher "Darf ich wirklich?" zu fragen, muss es zurück an den Start [1]. Bei "Bäumchen, wechsle dich" steht jedes Kind an einem Baum, Pfahl oder Stein. Auf den Ruf hin tauschen alle die Plätze, und das Kind, das übrig bleibt, geht in die Mitte [1].

Welches Spiel für welches Alter

Die Altersangaben und Spielerzahlen stammen aus der Sammlung der Aktion DAS SICHERE HAUS [1].

SpielAlter abMitspielende
Murmel schießen5 Jahre3 bis 5 [1]
Plumpsack6 Jahremindestens 10 [1]
Schiebekarre6 Jahremindestens 4, gerade Zahl [1]
Hinkekasten7 Jahreallein oder mehrere [1]
Im Bann7 Jahre3 bis 10 [1]
Seilspringen7 Jahreallein oder Gruppe [1]
Gummitwist8 Jahremindestens 3 [1]
Weißer Hai8 Jahremindestens 3 [1]
Ochs am Berge8 Jahremindestens 5 [1]
Völkerball, Brennball9 Jahremöglichst viele [1]

Völkerball und Brennball brauchen ein abgestecktes Feld und einen Ball, für Völkerball empfiehlt die Aktion einen Softball [1].

Sicherheit beim Spielen im Freien

Die Aktion DAS SICHERE HAUS gibt bei einzelnen Spielen eigene Warnungen. Beim Stelzenlaufen auf Konservendosen sollen Erwachsene die Stelzen basteln, weil man sich an den Kanten schneiden kann, und die Füße dürfen nicht in die Dosen [1]. Die folgenden Hinweise gelten für alle Spiele im Freien und stehen nicht in der Broschüre:

  • Lauf- und Fangspiele gehören auf Flächen ohne Verkehr, mit Abstand zu Straßen, Einfahrten und Gewässern.
  • Vor Wettspielen auf der Wiese kurz nach Steinen, Löchern, Ästen und Glasscherben schauen.
  • Bei Hitze Pausen im Schatten einplanen und Wasser bereitstellen.
  • Bei kleinen Kindern bleibt ein Erwachsener in Sichtweite, auch beim Verstecken.

Weitere Ideen

Für ein Fest im Garten passen die Spiele für den Kindergeburtstag und die Schnitzeljagd. Bei Regen geht es drinnen mit Topfschlagen oder Blinde Kuh weiter. Ein Ratespiel für unterwegs ist Ich sehe was, was du nicht siehst. Wer mit Kindern zeltet, findet Hinweise unter Camping mit Schulkindern.

  1. Organisation Spiele von gestern für Kinder von heute: drinnen, draußen (Spiele für draußen, S. 32 bis 50). Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) mit Unfallkasse Berlin und Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen. Stand Frühjahr 2023. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Wieviel Bewegung brauchen Kinder?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), GrundGesund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Sackhüpfen. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Eierlaufen. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Fangen. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Versteckspiel. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.