KartenspieleRatgeber

Schwimmen (31) Regeln: Tauschen, Schieben, Feuer und Leben

Beim Schwimmen hat jeder drei Karten und tauscht reihum mit drei offenen Karten in der Tischmitte, um möglichst viele Punkte in einer Farbe zu sammeln; das Maximum sind 31. Wer am Ende einer Runde die wenigsten Punkte hat, verliert ein Leben. Wer kein Leben mehr hat, "schwimmt" und scheidet bei der nächsten Niederlage aus.

Hände halten je drei Spielkarten über einem runden Holztisch, in der Mitte liegen drei Karten, daneben Streichhölzer
Bild: KI-generiert

Schwimmen ist ein Tauschspiel mit drei Karten pro Spieler. Andere Namen sind 31, Schnauz, Knack und "Hosen runter" [2]. Laut der Kartenspiel-Sammlung pagat.com ist es vor allem in Deutschland und im westlichen Österreich verbreitet [2]. Die Spielkartenfabrik Altenburg beschreibt es in ihrer Spielesammlung für 3 bis 6 Spieler, pagat.com nennt 2 bis 8 [1, 2]. Die Regeln unterscheiden sich von Runde zu Runde, pagat.com führt allein Varianten aus den Niederlanden, der Schweiz und Russland auf [2]. Diese Seite stellt die Herstellerregel aus Altenburg und die ausführlichere Beschreibung von pagat.com nebeneinander.

Karten, Marken und Ziel

Gespielt wird mit einem Skatblatt aus 32 Karten, Sieben bis Ass in vier Farben. Dazu bekommt jeder drei Spielmarken, Altenburg nennt etwa Streichhölzer oder Chips [1]. Die Marken sind die Leben. Ziel jeder Runde ist eine möglichst hohe Punktzahl auf der Hand [1].

Drei Streichhölzer und drei Glasperlen liegen neben einem kleinen Stapel Spielkarten auf hellem Holz
Bild: KI-generiert
KartePunkte
Ass11
König, Dame, Bube, Zehn10
Neun, Acht, Sieben9, 8, 7

Gezählt werden nur Karten derselben Farbe [1, 2]. Pik Sieben, Pik Neun und Herz König ergeben also 16 für die zwei Pik-Karten, nicht 26. Alternativ zählen drei gleiche Werte in verschiedenen Farben. Drei Buben, Damen oder Könige ergeben nach Altenburg 30,5 Punkte [1]. Pagat.com gibt jedem Drilling 30,5 Punkte, außer drei Assen [2].

31 und Feuer

Die Höchstzahl in einer Farbe ist 31: ein Ass und zwei Karten mit 10 Punkten. Altenburg zählt als 31 auch drei Asse [1]. Bei pagat.com heißen drei Asse "Feuer" und zählen 32. Sie schlagen damit sogar eine 31 [2]. Die Reihenfolge lautet dort: drei Asse vor Ass mit zwei Zehnerkarten in einer Farbe, dann ein Drilling mit 30,5, dann etwa König, Dame, Bube einer Farbe mit 30 [2].

Geben

Die beiden Quellen beschreiben das Geben unterschiedlich. Nach Altenburg gibt der Geber jedem Spieler eine Karte, legt eine Karte offen in die Mitte und gibt sich erst dann selbst eine. Das wiederholt er zweimal, bis jeder drei Karten hat und drei offen in der Mitte liegen [1].

Bei pagat.com teilt der Geber jedem drei Karten verdeckt aus und legt zusätzlich eine dritte Hand aus drei Karten hin. Er schaut sich seine eigenen Karten an und entscheidet, ob er sie behält oder die Extrahand nimmt, bevor er diese gesehen hat. Die Karten, die er nicht will, kommen offen in die Mitte [2]. Der Geber kann also eine schlechte Hand gegen eine unbekannte tauschen.

Ein Zug: tauschen oder schieben

Gespielt wird im Uhrzeigersinn, es beginnt der Spieler links vom Geber [2]. In deinem Zug hast du drei Möglichkeiten [1, 2]:

Eine Hand schiebt eine Spielkarte zu drei Karten, die in der Mitte eines grünen Filztuchs liegen
Bild: KI-generiert
  • eine deiner Karten gegen eine Karte aus der Mitte tauschen,
  • alle drei Karten gegen die drei Karten aus der Mitte tauschen,
  • passen, auch "schieben" genannt, also nichts tun.

Zwei Karten zu tauschen und eine zu behalten ist bei pagat.com ausdrücklich nicht erlaubt [2]. Altenburg verbindet das Passen mit einer Pflicht: Wer in einer Runde passt, muss in der nächsten eine oder drei Karten tauschen [1]. Passen bei pagat.com alle Spieler hintereinander, werden die drei Karten in der Mitte durch drei neue vom Stapel ersetzt [2].

Ein Beispiel: Du hältst Herz Ass, Herz Acht und Karo König, in der Mitte liegt die Herz Zehn. Tauschst du den Karo König gegen die Herz Zehn, hast du 11 plus 8 plus 10, also 29 in Herz. Der König landet offen in der Mitte, und dein linker Nachbar kann ihn nehmen. Mit 29 Punkten kannst du auch gleich schließen. Dann bleibt jedem anderen nur noch ein Zug zum Aufholen.

Schließen und Rundenende

Glaubt ein Spieler, genug Punkte zu haben, beendet er das Tauschen. Altenburg beschreibt das als Passen an der eigenen Reihe, pagat.com als "Schließen" am Ende des eigenen Zuges [1, 2]. Danach ist jeder andere Spieler noch genau einmal an der Reihe. Dann decken alle ihre Karten auf [1, 2].

Wer 31 auf der Hand hat, muss die Karten sofort offen hinlegen, auch direkt nach dem Geben. Die Runde ist damit vorbei, und niemand darf mehr tauschen [1, 2]. Dasselbe gilt bei pagat.com für Feuer [2].

Wer ein Leben verliert

Wer am Ende die wenigsten Punkte hat, gibt eine Marke ab [1]. Bei Feuer verlieren nach pagat.com alle Spieler außer dem mit den drei Assen je eine Marke [2]. Bei Gleichstand schlägt dort ein höherer Drilling einen niedrigeren, und von zwei gleich hohen Ergebnissen in verschiedenen Farben gewinnt die höhere Farbe in der Skat-Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo [2]. Haben zwei Spieler gleich viel in derselben Farbe, verlieren beide [2].

Schwimmen und Untergehen

Wer seine letzte Marke abgeben musste, schwimmt. Er spielt weiter mit, verliert er aber noch einmal, geht er unter und scheidet aus [1, 2]. Das Spiel läuft, bis nur noch ein Spieler übrig ist, der gewinnt die Partie [2]. Haben die beiden letzten Spieler beim Schließen genau gleiche Hände in derselben Farbe, teilen sie sich den Sieg oder spielen noch eine Runde [2].

Neben einem Platz am Holztisch liegt nur noch ein Streichholz, an den anderen Plätzen mehrere
Bild: KI-generiert

Bekannte Varianten

Viele Regeln hängen von der Runde ab. Pagat.com sammelt mehrere Abweichungen [2]:

  • Ohne Tausch aller drei Karten: In manchen Runden darf man nur eine Karte tauschen oder passen.
  • 31 schon beim Geben: Alle ohne 31 verlieren eine Marke. Hat jemand gleich Feuer, verlieren die anderen zwei Marken, wer selbst 31 hat, nur eine.
  • Ohne Drillinge: Ältere Beschreibungen kennen die 30,5 für drei gleiche Werte nicht, heute zählen sie fast überall.

In den Niederlanden muss man laut pagat.com in jedem Zug tauschen oder für sich schließen. Wer schließt, tauscht in dieser Runde nicht mehr, die anderen spielen weiter, bis nur zwei übrig sind. Feuer gibt es dort nicht, drei Asse zählen 30,5 [2]. Gezählt wird oft mit einem Würfel pro Spieler, der bei 6 beginnt. Bei der Variante "41" bekommt jeder vier Karten aus einem Blatt mit 52 Karten, vier liegen offen in der Mitte, und das Maximum ist 41 [2]. Um Chur in der Schweiz heißt eine Fassung mit 36 Karten "Hosa aba", dort zählt auch die Sechs [2].

Tri Palki aus Russland

Die russische Fassung heißt "Drei Stöcke" und wird mit 36 Karten von der Sechs bis zum Ass gespielt [2]. Gegeben wird wie bei Altenburg reihum, mit je einer offenen Karte für die Mitte. Liegen in der Mitte drei Karten derselben Farbe, werden sie "ausgewaschen": Sie kommen aus dem Spiel, und drei neue werden aufgedeckt. Passiert das nach deinem Zug, bist du gleich noch einmal dran [2]. Wer 31 hat, darf "letzte Runde" ansagen, muss es aber nicht, etwa weil er noch auf drei Asse hofft [2]. Gleich hohe Hände werden dort Karte für Karte verglichen: Ass, König, Zehn schlägt Ass, Dame, Bube, obwohl beide 31 zählen [2]. Der Verlierer bekommt einen Stock, wer mit drei Stöcken noch einmal verliert, scheidet aus. Drei Sechsen sowie Sechs, Sieben, Acht einer Farbe schützen vor dem Stock, bei drei Assen bekommen alle Spieler ohne Sonderhand einen [2]. Andere Drillinge zählen in dieser Fassung nichts Besonderes, drei Könige sind nur 10 Punkte [2].

Ein anderes Spiel mit dem Namen 31

Nicht zu verwechseln ist Schwimmen mit einem Spiel, das in den USA Scat und in Großbritannien Ride the Bus heißt. Es läuft ähnlich, nur zieht man dort wie beim Rommé vom Stapel oder vom Ablagestapel, statt mit offenen Karten in der Mitte zu tauschen [2]. Ein griechisches Spiel namens 31 ähnelt dagegen dem Kartenspiel 21: Man zieht Karten und will möglichst nah an 31 kommen, ohne darüber zu gehen [2].

Tipps für die Runde

Pagat.com gibt Tipps von Jay I. Sharn weiter [2]. Starre nicht auf die Karte in der Mitte, die du brauchst, denn die anderen sehen das. Rechne damit, dass jeder nur etwa drei Züge hat, bevor jemand schließt. Mach dir beim ersten Blick auf Hand und Tischmitte einen Plan und einen Ersatzplan. Wer etwa auf drei Neunen hofft und sieht, wie ein anderer eine Neun nimmt, wechselt besser auf eine Farbe mit hohem Gesamtwert [2]. Achte außerdem darauf, welche Karten die anderen nehmen und welche sie in die Mitte legen. So erkennst du, welche Farbe sie sammeln [2].

Mit demselben 32er-Blatt wird Skat gespielt. Ein schnelles Ablegespiel für große Runden ist Mau-Mau, ein Würfelspiel mit Leben und Ausscheiden ist Mäxchen. Mehr Kartenspiele stehen in der Übersicht Kartenspiele. Wie sich Kartenkombinationen beim Poker ordnen, zeigt Pokerhände: Rangfolge von High Card bis Royal Flush.

  1. Organisation Spielesammlung mit 365 Spielmöglichkeiten (Abschnitt Schwimmen). Spielkartenfabrik Altenburg GmbH (spielkarten.com). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Schwimmen (31). John McLeod, pagat.com. Stand 19.01.2022. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.