Gruppen- und PartyspieleRatgeber
Montagsmaler spielen: Regeln, Begriffe und Tipps zum Zeichnen
Beim Montagsmaler zeichnet eine Person einen geheimen Begriff, und ihr Team versucht ihn zu erraten, bevor die Zeit abläuft. Buchstaben, Zahlen, Sprechen und Gebärden sind verboten. Wer richtig rät, bekommt einen Punkt, und die Rolle des Zeichners wandert weiter.

Montagsmaler ist ein Ratespiel mit Stift und Papier: Eine Person zeichnet einen Begriff, die anderen raten. Den Namen hat das Spiel von der Fernsehshow "Die Montagsmaler", die ab dem 14.01.1974 im Ersten lief [1]. Der Titel spielt auf den umgangssprachlichen Ausdruck "Sonntagsmaler" an [1]. Zu Hause braucht ihr kein gekauftes Spiel. Wer feste Regeln möchte, orientiert sich an Pictionary, dem Brettspiel mit demselben Prinzip. Dessen Anleitung von Mattel legt die wichtigsten Verbote fest, und vieles davon galt schon in der Fernsehsendung [1, 2].
Was ihr braucht
Ihr braucht Papier oder eine Tafel, ein paar dicke Stifte und eine Uhr. Bei Pictionary liegt eine Sanduhr für eine Minute bei [2]. Eine Stoppuhr am Telefon tut es genauso. Dazu kommen Begriffe auf kleinen Zetteln, die ihr vorher schreibt oder aus der Liste weiter unten nehmt. Gut sind große Blätter, damit das ganze Team die Zeichnung sehen kann, ohne sich über den Tisch zu beugen.

Gespielt wird in zwei Teams [2]. Bei Pictionary sind es zwei bis vier Teams [3]. Jedes Team sollte mindestens zwei Leute haben, damit einer zeichnen und einer raten kann. Ab sechs Personen macht es am meisten Spaß, weil dann mehrere Ratende gleichzeitig Vorschläge rufen.
Regeln für den Spieleabend
Bevor ihr anfangt, legt ihr fest, wie viele Runden ihr spielt oder bis zu welcher Punktzahl. Bei Pictionary würfeln die Teams aus, wer beginnt; der höhere Wurf startet [2, 3].
Zeichnen und raten
Jedes Team bestimmt eine Person, die zeichnet. Bei Pictionary heißt sie Picturist. Diese Rolle wechselt nach jedem Zug innerhalb des Teams, sodass jeder einmal drankommt [2]. Der Zeichner zieht einen Begriff und darf ihn sich nach den Pictionary-Regeln bis zu fünf Sekunden ansehen [3]. Dann dreht ihr die Uhr um. Der Zeichner hat eine Minute Zeit, während das Team laut Antworten ruft [2, 3]. Errät jemand den Begriff, bekommt das Team die Karte als Punkt [2]. Läuft die Zeit ab, geht die Karte zurück unter den Stapel, und das andere Team ist dran [2].
Was beim Zeichnen verboten ist
Die Anleitung von Mattel nennt klare Verbote [2]:
- keine Buchstaben und keine Zahlen,
- keine Striche, die die Zahl der Buchstaben im Wort zeigen,
- keine gezeichneten Ohren als Zeichen für "klingt wie",
- kein Sprechen mit dem eigenen Team,
- keine Gebärdensprache.
Auch Zeigen und Gesten auf Gegenstände im Raum sind laut den Pictionary-Regeln untersagt [3]. In der Fernsehsendung galt dasselbe: Der Begriff durfte nicht genannt werden, Zahlen und Buchstaben durften nicht auf dem Bild erscheinen [1].
Was erlaubt ist
Erlaubt ist alles, was mit dem Wort zu tun hat, auch wenn der Zusammenhang nur lose ist [2]. Ihr dürft Wörter in Silben zerlegen und jede Silbe einzeln zeichnen [2]. Auch gleich klingende Wörter sind erlaubt, also etwa ein Bild für einen Begriff, der nur so ähnlich klingt wie die gesuchte Silbe [2]. Wie genau eine Antwort sein muss, legen alle vor dem Spiel gemeinsam fest. Ob "Bett" für "Etagenbett" reicht, entscheidet also eure Runde [2].
Punkte zählen und gewinnen
Bei Pictionary mit Spielplan zieht ein Team nach richtig geratenen Begriffen weiter. Es gewinnt, wenn es das Zielfeld erreicht und danach noch einmal richtig rät [3]. In der Mattel-Ausgabe DPJ62 mit der Figur Pictionary Man, bei der beide Teams gleichzeitig zeichnen und raten, gewinnt das Team, das zuerst aus beiden Kartenstapeln je drei Karten gesammelt hat [2]. Für einen Abend ohne Spielplan reicht eine Strichliste. Jeder erratene Begriff bringt einen Punkt, und nach einer festen Zahl von Runden gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Wollt ihr schwere Begriffe belohnen, gebt für die Spalte "Schwer" zwei Punkte.
Spielt so viele Runden, dass jeder gleich oft gezeichnet hat. Bei zwei Teams mit je vier Leuten sind das acht Runden, also vier Zeichendurchgänge pro Team. So kommt niemand zu kurz, und keiner muss öfter vor die anderen treten als nötig.
Begriffe nach Schwierigkeit
Die Begriffe entscheiden darüber, ob das Spiel flüssig läuft. In der Fernsehsendung waren sie oft zusammengesetzt. In der zweiten Erwachsenenrunde kamen auch Redewendungen, Sprichwörter und Titel aus Kunst und Kultur dazu [1]. Für zu Hause hilft eine Mischung aus leichten und schweren Begriffen. Die folgende Liste ist ein Vorschlag zum Abschreiben:

| Leicht | Mittel | Schwer |
|---|---|---|
| Sonne | Regenschirm | Eulen nach Athen tragen |
| Haus | Leuchtturm | Zahnfee |
| Katze | Schneemann | Lampenfieber |
| Fahrrad | Gießkanne | Ohrwurm |
| Baum | Hängematte | Luftschloss |
| Brille | Kartoffelsalat | Schnapsidee |
| Fisch | Wäscheklammer | Torschlusspanik |
| Auto | Feuerwehrauto | Wolkenkratzer |
| Apfel | Sandburg | Hals über Kopf |
| Schlüssel | Zahnbürste | Glückspilz |
Für Kinder eignen sich Tiere, Fahrzeuge und Dinge aus dem Kinderzimmer. Erwachsene haben Spaß an zusammengesetzten Wörtern und Redewendungen, weil man sie in Teile zerlegen muss. Ein "Ohrwurm" etwa wird zu einem Ohr und einem Wurm. Mischt die Zettel gut und legt sie verdeckt in eine Schale.
Tipps für Zeichner und Ratende
Zeichnet groß und einfach. Strichmännchen, Kreise und Pfeile reichen fast immer. Wer zu lange an Details arbeitet, verliert Zeit. Beginnt mit dem auffälligsten Teil des Begriffs: Bei einem Leuchtturm zuerst den hohen Turm, dann die Lichtstrahlen.

Bei zusammengesetzten Wörtern zeichnet ihr die Teile nebeneinander und verbindet sie mit einem Pluszeichen aus zwei Strichen. Die Regeln sagen zum Pluszeichen nichts, klärt also vorher, ob ihr es zulasst. Erraten die anderen einen Teil, zeichnet ihr gleich am nächsten Teil weiter. Ein Nicken als Bestätigung zählt bei Pictionary als Geste und ist verboten [3]. Ob ihr es in eurer Runde zulasst, legt ihr vorher fest.
Als Ratende ruft ihr viel und schnell. Auch falsche Antworten helfen, weil der Zeichner daran merkt, in welche Richtung ihr denkt, und das Bild ergänzen kann. Nennt Oberbegriffe und Einzelteile: "Turm! Licht! Meer! Leuchtturm!"
Abstrakte Begriffe wie "Lampenfieber" oder "Glückspilz" zeichnet ihr am besten über eine kleine Szene. Für Lampenfieber reicht ein Strichmännchen auf einer Bühne mit zitternden Knien und einem Thermometer daneben. Wer nicht weiterkommt, beginnt neu auf einem frischen Blatt. Eine zweite, einfachere Zeichnung führt oft schneller zum Ziel als eine überladene erste.
Montagsmaler mit Kindern
In der Fernsehsendung traten in jeder Ausgabe auch zwei Kinderteams an [1]. Zu Hause klappt das Spiel mit Kindern, sobald sie einfache Gegenstände zeichnen können. Wer noch nicht liest, bekommt den Begriff von einem Erwachsenen ins Ohr geflüstert. Verlängert die Zeit auf zwei Minuten und verzichtet auf Minuspunkte. Kinder rufen oft wilder drauflos als Erwachsene und raten dadurch erstaunlich schnell. Gemischte Teams aus Groß und Klein sind deshalb meist ausgeglichen.
Varianten für große Runden
Bei Pictionary gibt es Felder für "Alle spielen". Dann zeichnet aus jedem Team eine Person denselben Begriff, und das Team, das zuerst richtig rät, gewinnt die Runde [3]. Das lässt sich leicht übernehmen, zum Beispiel für jede fünfte Runde.
Die Fernsehshow kannte eine Zeitregel für Profis: In der zweiten Erwachsenenrunde gab es nur 30 Sekunden pro Begriff, und wurde ein Begriff nicht rechtzeitig erraten, übersprang man ihn und verlor drei Punkte [1]. Wer es schneller mag, übernimmt diese Regel und lässt die Teams so viele Begriffe wie möglich in einer festen Zeit raten.
Eine ruhige Variante, die nicht aus den Spielregeln stammt, ist das Zeichnen im Kreis. Der Erste schreibt einen Begriff auf, der Nächste zeichnet ihn, der Dritte schreibt auf, was er im Bild erkennt, und so fort. Am Ende vergleicht ihr Anfang und Ende. Das funktioniert wie Stille Post mit Bildern und kommt ohne Teams und ohne Punkte aus.
Die Fernsehsendung
"Die Montagsmaler" liefen von 1974 bis 1996 [1]. Vorläufer war die Sendung "Punkt, Punkt, Komma, Strich" von 1969 bis 1972 bei Südwest 3 [1]. Frank Elstner moderierte von 1974 bis 1979, danach kurz Reinhard Mey und ab 1980 Sigi Harreis [1]. Pro Ausgabe traten zuerst zwei Kinderteams und dann zwei Erwachsenenteams an, oft mit Prominenten [1]. Gezeichnet wurde mit einem Lichtgriffel auf einem Bildschirm, die Mitspieler rieten vor dem Monitor [1]. Nach 244 Folgen lief die letzte am 08.07.1996 [1]. 2018 gab es eine Neuauflage mit Guido Cantz [1].
Pictionary erschien 1985. Erfunden hat es Robert Angel, der die Idee 1981 mit Freunden entwickelt hatte [3].
Weitere Ratespiele
Raten ohne Zeichnen bietet Wer bin ich?. Mit Stift und Papier geht es auch bei Stadt, Land, Fluss und den Spielen mit Papier und Stift. Wie du daraus einen ganzen Abend machst, steht unter Spieleabend planen. Für Regentage im Zelt oder Wohnwagen gibt es Ideen beim Camping mit Schulkindern.
- Die Montagsmaler. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Pictionary: Instructions (DPJ62, Ausgabe mit Pictionary Man). Mattel. Stand 2015. abgerufen am 29.10.2026
- Pictionary. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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