KartenspieleRatgeber
Mau-Mau: Regeln, Sonderkarten und Varianten
Bei Mau-Mau legst du reihum eine Karte ab, die in Farbe oder Wert zur obersten Karte des Ablagestapels passt. Wer nicht kann, zieht eine Karte. Sonderkarten wie Bube, Sieben und Ass verändern den Ablauf, und wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt.

Mau-Mau ist ein Ablegespiel für zwei und mehr Personen. Wer zuerst alle Karten abgespielt hat, gewinnt [3]. Die Grundregel ist kurz: Eine Karte passt, wenn sie in Farbe oder Wert mit der obersten offenen Karte übereinstimmt [1, 3]. Schwieriger ist die Frage, welche Sonderkarten gelten. Die Regeln unterscheiden sich regional stark [3]. Eine Fassung des Herstellers steht in der 365er-Spielesammlung von ASS Altenburger [1].
Karten und Vorbereitung
Die ASS-Spielesammlung sieht Mau-Mau für zwei bis fünf Personen mit einem Skatblatt aus 32 Karten vor [1]. Laut Wikipedia geht es auch mit 36 Karten wie beim Schweizer Tschau Sepp oder mit einem Blatt bis 52 Karten. Wie viele mitspielen können, hängt von der Kartenzahl ab, üblich sind fünf bis zehn [3].
Jeder bekommt fünf Karten, der Rest kommt als verdeckter Talon in die Mitte [1]. Wikipedia nennt als häufige Startkarten fünf oder sechs [3]. Die oberste Karte des Talons wird umgedreht und offen daneben gelegt [1].
So läuft ein Zug
Reihum versucht jeder, eine Karte auf die offene Karte zu legen, die in Farbe oder Wert passt [1]. Auf die Herz-Neun passt also jede Herz-Karte und jede Neun. Wer nicht legen kann oder nicht will, zieht eine Karte vom Talon, und der Nächste ist an der Reihe [1]. Viele spielen mit der Zusatzregel, dass die gezogene Karte gleich gelegt werden darf, wenn sie passt [3].

Ist der Talon aufgebraucht, legt man die oberste Karte der Ablage zur Seite, mischt den Rest kurz und dreht ihn als neuen Talon um [1].
Was gilt, wenn die aufgedeckte Startkarte eine Sonderkarte ist, regeln die Runden unterschiedlich. Oft bleibt ihre Wirkung aus. Ist es ein Bube, bestimmt manchmal der Geber die Farbe oder die unterste Karte im Talon [3]. Beim verwandten Crazy Eights wirkt die Startkarte so, als hätte der Geber sie gespielt [4].
Sonderkarten
In der ASS-Spielesammlung sind nur Ass, Bube und Sieben von Bedeutung [1]. Wikipedia beschreibt als häufige Belegung die Sieben, die Acht und den Buben, merkt aber an, dass es sich nur um Beispiele handelt [3]. Beide Fassungen im Vergleich:

| Karte | ASS-Spielesammlung | häufig nach Wikipedia |
|---|---|---|
| Sieben | Der Nächste setzt aus und nimmt 2 Karten, außer er legt selbst eine Sieben | Der Nächste zieht 2 Karten, mit weiterer Sieben 4, 6 und so weiter |
| Acht | keine Wirkung | Der Nächste muss aussetzen |
| Bube | Farbe wünschen, kein Bube auf Bube | Farbe wünschen, passt auf jede Karte, oft kein Bube auf Bube |
| Ass | Der Nächste muss aussetzen | regional: noch eine Karte legen |
Die Sieben lässt sich nach ASS verketten: Legt der Nächste ebenfalls eine Sieben, muss der Übernächste 4 Karten nehmen. Fallen alle Siebenen hintereinander, nimmt der fünfte Spieler 8 Karten und setzt einmal aus [1]. Die Regel "Bube auf Bube" ist nach Wikipedia oft verboten. In manchen Regionen wünscht der Bube nur eine Farbe und muss beim Ausspielen selbst zur Farbe passen [3].
Weitere Sonderregeln
Wird mit mehr Karten gespielt, kommen laut Wikipedia oft weitere Funktionen dazu. Eine Neun als Alleskönner darf zum Beispiel auf jede Karte gelegt werden, auch auf einen Buben [3]. Manche Runden geben einzelnen Karten wie der Pik-Dame besondere Aufgaben, andere spielen mit Schweigegeboten oder Strafkarten für einen verpassten Richtungswechsel [3]. Eine weitere Hausregel: Wer drei Asse vorzeigt, hat gewonnen [3].
Mau rufen und Strafkarten
Die häufigste Zusatzregel betrifft die vorletzte Karte. Wer sie ablegt, muss die anderen warnen, etwa mit "Mau" oder "letzte Karte!" [3]. Bemerkt jemand das Vergessen, bevor der nächste Spieler legt, zieht der Vergessliche eine oder zwei Strafkarten [3]. Dasselbe gilt in vielen Runden für die letzte Karte, die mit "Mau-Mau" oder in der Schweiz mit "Tschau Sepp" abgelegt wird. Wer das vergisst, hat nicht gewonnen [3].

In der ASS-Spielesammlung beendet der Ruf "Mau" mit der letzten Karte das Spiel. War die letzte Karte ein Bube, ruft der Spieler "Mau-Mau", und alle Verlustpunkte zählen doppelt [1]. War sie eine Sieben, dürfen die folgenden Spieler noch eine Sieben nachlegen, wenn sie können [1].
Punkte zählen über mehrere Runden
Wer mehrere Runden spielt, zählt die Karten der anderen. Nach der ASS-Spielesammlung bringt jede übrige Karte einen Minuspunkt, ein Bube drei. Wer 30 Verlustpunkte gesammelt hat, ist der Verlierer [1]. Wikipedia nennt als Alternative, die Punkte der Restkarten nach den Werten anderer Kartenspiele zu zählen, wie es etwa in der Schweiz üblich ist [3].
Mau-Mau mit eigenen Aktionskarten
Neben dem Spiel mit dem Skatblatt gibt es Mau-Mau-Ausgaben mit eigenen Karten. In einer Ausgabe von ASS Altenburger bekommt jeder 7 Karten, und Aktionskarten übernehmen die Sonderregeln [2]:
- Aussetzen: Der Nächste darf weder legen noch ziehen, der Übernächste ist dran.
- Wende: Die Spielrichtung kehrt sich um.
- Nimm 2: Der Nächste nimmt 2 Karten und darf keine ablegen.
- Farbwahl: Der Spieler bestimmt die nächste Farbe.
- +4 mit Farbwahl: Farbwahl, und der Nächste zieht 4 Karten.
Farbwahlkarten können dort immer gelegt werden. Wer beim Ablegen der vorletzten Karte nicht deutlich "Mau" sagt, zieht 2 Strafkarten [2]. Laut Wikipedia übernehmen viele Runden Elemente aus ähnlichen Spielen, vor allem aus Uno [3]. Als bekannteste Weiterentwicklung mit eigenen Karten nennt Wikipedia Uno [3].
Namen und Verwandte
Woher Mau-Mau stammt, ist nicht belegt. Laut Überlieferung stammen die Regeln aus den 1930er-Jahren, der Ursprung des Namens ist ungeklärt [3]. Verbreitet ist das Spiel vor allem in Deutschland, Österreich, Südtirol und Brasilien [3]. Wikipedia listet unter anderem diese Namen [3]:
| Name | Region | Blatt |
|---|---|---|
| Mau-Mau | Deutschland und Österreich | französisches oder deutsches Blatt |
| Auflegen | Deutschland | französisches Blatt |
| Tschau Sepp | Schweiz | Schweizer oder französisches Blatt |
| Neunerln | Österreich und Bayern | bayerisches Blatt |
| Makao | Polen | französisches Blatt |
| Prší | Tschechien | deutsches Blatt |
| Pesten | Niederlande | französisches Blatt mit 55 Karten |
International ist die Spielefamilie als Crazy Eights bekannt, in England heißen solche Spiele auch Switch oder Black Jack [4]. Pagat führt dieselbe Spielegruppe als Mau Mau in Deutschland, Pesten in den Niederlanden, Prsi in Tschechien, Tschau Sepp in der Schweiz und Makao in Ungarn und Polen [5]. Beim Crazy Eights übernimmt die Acht die Aufgabe, die beim Mau-Mau meist der Bube hat: Sie darf auf jede Karte gelegt werden [4].
Crazy Eights im Vergleich
Pagat beschreibt das Grundspiel so: Gespielt wird mit 52 Karten, bei vielen Spielern mit zwei Blättern. Jeder bekommt fünf Karten, zu zweit sieben [4]. Eine Acht darf auf jede Karte, wer sie legt, nennt eine Farbe. Wer nur noch eine Karte hat, sagt "last card". Wer das vergisst, bevor der Nächste dran ist, zieht zwei Strafkarten [4]. Am Ende zählen die Restkarten als Strafpunkte: 50 für eine Acht, 10 für ein Bild und die übrigen Karten nach ihrem Wert [4].
Typische Sonderkarten sind dort die Dame zum Aussetzen, das Ass für den Richtungswechsel und die Zwei zum Ziehen [4]. Eine Regel aus Pagat passt auch gut zum Mau-Mau: Ist die letzte Karte des Gewinners eine Sonderkarte, entfällt ihre Wirkung [4]. Manche erlauben außerdem, mehrere gleiche Karten auf einmal zu legen, wenn die erste passt [4].
Mau-Mau zu zweit
Zu zweit ändern sich einige Sonderkarten. Beim Aussetzen ist nach Pagat sofort wieder derselbe Spieler dran, ein Richtungswechsel hat keine Wirkung [4]. Wer mit dem Skatblatt spielt, kann nach den ASS-Regeln bleiben, die ausdrücklich ab zwei Personen gelten [1]. Eine Karte, die den Gegner aussetzen lässt, wirkt zu zweit also wie ein zusätzlicher Zug. Damit kannst du zwei Karten hintereinander loswerden. Weitere Spiele für zwei stehen auf der Seite Kartenspiele zu zweit.
Tipps für bessere Partien
Nach Wikipedia darf der Bube in der häufigen Grundbelegung auf jede andere Farbe gelegt werden [3]. Wer ihn bis zum Schluss aufhebt, kann damit die letzte Karte loswerden oder die Farbe wechseln, wenn nichts mehr passt. Bei ASS zählt der Bube in der Hand allerdings drei Minuspunkte, und wer mit einem Buben ausmacht, verdoppelt die Verlustpunkte der anderen [1]. Als eigene Überlegung, nicht aus den Quellen: Achte auch darauf, welche Siebenen schon gefallen sind: Je weniger im Spiel sind, desto geringer ist das Risiko einer langen Kette. Hat ein Mitspieler nur noch wenige Karten, lohnt es sich, eine Sieben für ihn aufzuheben, statt sie früh zu spielen. Mit Kindern lassen sich die Sonderkarten zuerst weglassen und später einzeln dazunehmen.
Mit Zahlenreihen statt Farbe und Wert funktioniert Elfer raus, mit eigenen Aktionskarten UNO. Weitere Ideen findest du in der Übersicht Kartenspiele und für jüngere Mitspieler unter Kinderspiele.
- Organisation Spielesammlung mit 365 Spielmöglichkeiten, Abschnitt Mau-Mau (S. 37). ASS Altenburger Spielkarten. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mau Mau Spielregeln. ASS Altenburger Spielkarten. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Mau-Mau (Kartenspiel). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Crazy Eights. John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Eights Group (Mau Mau, Tschau Sepp, Pesten, Prsi, Makao). John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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