Kinderspiele für drinnen und draußenRatgeber
Spiele für die Autofahrt: Ratespiele, Wortspiele und Tipps
Für die Autofahrt eignen sich Spiele ohne Material, bei denen niemand lange nach unten schauen muss: Ich sehe was, was du nicht siehst, Kennzeichen raten, rote Autos entdecken, Wortketten oder Ich packe meinen Koffer. Der ADAC rät außerdem, etwa alle eineinhalb Stunden eine Pause einzulegen.

Lange Fahrten werden für Kinder schnell langweilig, und Langeweile im Auto wird für alle anstrengend. Die besten Spiele für unterwegs brauchen kein Material, kein Licht und keinen Tisch. Sie funktionieren mit Hören, Sprechen und Aus-dem-Fenster-Schauen. Das schont auch den Magen, denn wer im Auto lange nach unten auf ein Tablet oder ein Heft schaut, dem kann übel werden [1].
Beobachtungsspiele mit Blick nach draußen
Beobachtungsspiele halten den Blick in die Ferne gerichtet. Der ADAC nennt mehrere davon in seinen Tipps für Autofahrten mit Kindern [1].

Ich sehe was, was du nicht siehst
Einer sucht sich etwas aus, das alle sehen können, und nennt eine Eigenschaft, meist die Farbe. Die anderen raten. Der ADAC nennt das Spiel ein klassisches Ratespiel für Groß und Klein [1]. Im Auto hilft eine Absprache vorab: Entweder zählen nur Dinge, die eine Weile sichtbar bleiben, oder nur Dinge im Wagen beziehungsweise nur Dinge draußen [4]. Ausführliche Regeln und Varianten stehen auf der Seite Ich sehe was, was du nicht siehst.
Rote Autos entdecken
Der ADAC nennt ein Spiel, bei dem gewinnt, wer auf der Autobahn zuerst ein rotes Auto entdeckt [1]. Ihr könnt daraus eine längere Runde machen (Vorschlag ohne Quelle): Jedes Kind wählt eine Farbe, und wer bis zur nächsten Pause die meisten Autos seiner Farbe gezählt hat, gewinnt. Seltene Farben wie Gelb oder Grün bekommen doppelte Punkte.
Kennzeichen raten
Beim Kennzeichen-Raten erraten die Mitfahrer, woher die anderen Autos kommen [1]. In Deutschland beginnt jedes Kennzeichen mit einem Unterscheidungszeichen aus ein bis drei Buchstaben für den Verwaltungsbezirk, in dem das Fahrzeug zugelassen ist [3]. Kinder, die schon lesen, kennen bald die Kürzel der eigenen Gegend. Für jüngere reicht es, nach Kürzeln mit nur einem Buchstaben zu suchen (Vorschlag ohne Quelle).
Aus dem Kennzeichen lassen sich weitere Spiele machen, ebenfalls eigene Vorschläge ohne Quelle. Bei "Kennzeichen-Sätze" bildet man aus den Buchstaben einen Satz: Aus "HB" wird "Hunde bellen". Beim Kennzeichen-Bingo malt sich jeder vor der Fahrt fünf Kürzel auf, und wer alle zuerst gesehen hat, ruft "Bingo".
Wortspiele für alle Altersstufen
Wortspiele klappen auch im Dunkeln und bei Regen, wenn draußen wenig zu sehen ist.
Wortkette
Beim Wortkettenspiel nimmt der Nächste das Ende eines zusammengesetzten Wortes als Anfang für ein neues. Der ADAC gibt als Beispiel Landkarte, Kartenhaus, Haustür [1]. Wem nichts mehr einfällt, der scheidet für die Runde aus oder setzt eine Runde aus, je nachdem, was ihr abmacht.
Teekesselchen
Zwei oder mehr Spieler einigen sich heimlich auf ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Jeder beschreibt eine Bedeutung und sagt dabei "Teekesselchen" statt des Wortes [5]. "Mein Teekesselchen kann leuchten" und "Mein Teekesselchen kann man essen" führt zur Birne [5]. Die anderen raten das Wort. Im Auto können die Eltern zu zweit vorlegen, die Kinder raten.
Personen raten
Ein Mitfahrer beschreibt eine Person, die alle kennen, die anderen raten, wer gemeint ist [1]. Das können Verwandte, Nachbarn oder Figuren aus Büchern und Filmen sein. Wer es schwerer mag, spielt Wer bin ich? in der mündlichen Form mit Ja-Nein-Fragen.
Zwanzig Fragen
Einer denkt sich ein Tier, einen Gegenstand oder einen Ort aus. Die anderen dürfen höchstens zwanzig Fragen stellen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen, und müssen dann die Lösung nennen (Vorschlag ohne Quelle). Kluge Fragen grenzen erst grob ein: "Ist es ein Tier?", "Lebt es im Wasser?", "Ist es größer als ein Hund?" Wer das Rätsel löst, darf sich als Nächstes etwas ausdenken. Jüngere Kinder spielen ohne Fragenlimit, ältere zählen laut mit. Für lange Strecken ist das Spiel gut geeignet, weil eine Runde mehrere Minuten dauern kann und keine Hilfsmittel braucht.
Stadt, Land, Fluss ohne Stift
Das bekannte Schreibspiel lässt sich im Auto mündlich spielen (Vorschlag ohne Quelle). Einer sagt in Gedanken das Alphabet auf, ein anderer ruft "Stopp", und mit dem Buchstaben sucht jeder reihum eine Stadt, ein Land, einen Fluss und ein Tier. Gezählt werden nur Antworten, die niemand vor einem schon genannt hat. Die schriftliche Fassung mit allen Regeln steht auf der Seite Stadt, Land, Fluss.
Gedächtnisspiele und Geschichten
Für längere Abschnitte auf der Autobahn eignen sich Spiele, die sich über viele Runden hinziehen.

Ich packe meinen Koffer
Der Erste sagt: "Ich packe meinen Koffer und lege ein ... hinein" und nennt einen Gegenstand. Der Nächste wiederholt die ganze Liste in derselben Reihenfolge und hängt einen neuen Gegenstand an [6]. Wer etwas vergisst oder die Reihenfolge vertauscht, hat verloren [6]. Vor dem Start legt ihr fest, wann das Spiel endet, etwa nach fünf Runden [6]. Das Spiel gilt als geeignet für Kinder ab etwa fünf Jahren [6]. Die Variante mit einer Geste zu jedem Gegenstand passt eher in die Pause als ins Auto, weil angeschnallte Kinder sich kaum bewegen können.
Geschichten weitererzählen
Einer beginnt eine Geschichte mit einem Satz, jeder weitere Mitfahrer fügt einen Satz hinzu (Vorschlag ohne Quelle). Damit es nicht beliebig wird, legt ihr vorher drei Dinge fest, die in der Geschichte vorkommen müssen, zum Beispiel ein Drache, ein Bäcker und ein Regenschirm. Das Spiel hat kein Ende und keinen Verlierer und eignet sich deshalb gut, wenn die Stimmung im Auto schon angespannt ist.
Hörbücher und Musik
Der ADAC empfiehlt Hörbücher für die Fahrt [1]. Sie halten die Augen frei (eigene Einschätzung ohne Quelle). Danach lässt sich darüber reden: Wer war die spannendste Figur, wie hätte die Geschichte anders enden können?
Welche Spiele zu welchem Alter passen
Nicht jedes Spiel passt zu jedem Mitfahrer. Die folgende Einteilung ist eine grobe Orientierung ohne Quelle. Sie hilft, wenn Geschwister mit großem Altersabstand gemeinsam unterwegs sind.
- Kinder bis etwa fünf Jahre: Farben zählen, Ich sehe was mit Farben als Hinweis, Tiergeräusche raten und gemeinsames Singen. Die Runden sollten kurz sein, und jedes Kind kommt schnell dran.
- Kinder von sechs bis neun Jahren: Kennzeichen raten, Wortketten, Ich packe meinen Koffer und Personen raten. Wer gerade lesen lernt, übt mit den Buchstaben auf den Kennzeichen ganz nebenbei.
- Kinder ab zehn Jahren: Teekesselchen, Stadt, Land, Fluss ohne Stift, Wer bin ich und Geschichten mit Pflichtwörtern. In diesem Alter dürfen die Kinder auch selbst die Spielleitung übernehmen.
Spielen Kinder verschiedenen Alters zusammen, bekommen die Jüngeren mehr Hinweise oder dürfen sich von einem Erwachsenen helfen lassen. Bei Wortspielen kann das ältere Kind die Rolle des Erklärers übernehmen und das jüngere raten lassen. So haben beide etwas davon, und der Streit um den Sieg bleibt kleiner.
Bildschirme, Bücher und Übelkeit
Tablets, DVD-Player, Laptops und Bücher können auf langen Fahrten helfen. Kinder sollten aber nicht zu lange nach unten schauen, damit ihnen nicht übel wird [1]. Haltet für den Fall der Fälle eine Tüte griffbereit, am besten mehrere [1]. Geräte, die gerade nicht benutzt werden, gehören sicher verstaut, weil sie bei einem Unfall zu gefährlichen Geschossen werden können [1]. Wie viel Zeit am Bildschirm in eurer Familie in Ordnung ist, könnt ihr mit festen Medienregeln in der Familie vereinbaren.
Beim Essen und Trinken rät der ADAC zu Snacks, die nicht krümeln oder tropfen, und zu Wasser, Tee oder Saft ohne Kohlensäure [1]. Kleinkinder sollten nur in den Pausen essen, weil sie sich bei einer starken Bremsung verschlucken oder verletzen können [1].
Pausen, Sicherheit und die Rolle des Fahrers
Pro Tag empfiehlt der ADAC mit Kindern nicht mehr als 500 Kilometer und etwa alle eineinhalb Stunden eine Pause, am besten auf Autobahnraststätten mit Spielplatz oder Spielecke [1]. In der Pause dürfen die Kinder rennen, hüpfen und toben. Bewegungsspiele wie Fangen oder Hüpfspiele passen hierher besser als ins Auto. Babys und Kleinkinder werden nie während der Fahrt gewickelt, sondern nur an einer Raststätte oder auf einem Parkplatz [1].

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 Zentimeter sind, dürfen auf Sitzen mit Sicherheitsgurten nur in einer geeigneten Kinderrückhalteeinrichtung mitfahren [2]. Ein Spiel ist nie ein Grund, sich abzuschnallen oder den Kindersitz zu lockern. Der ADAC rät zu einem zweiten Innenspiegel, mit dem Erwachsene die Kinder im Blick behalten, ohne sich umzudrehen [1].
Nach der Ankunft brauchen Kinder oft ein Ventil für die angestaute Energie. Ideen dafür findest du unter Spiele für draußen mit Kindern. Wer mit Zelt oder Wohnwagen unterwegs ist, findet mehr auf der Seite Camping mit Schulkindern.
- Organisation Reisen mit Kindern: Tipps für eine entspannte Autofahrt. ADAC e.V.. Stand 10.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 21 Personenbeförderung. Bundesministerium der Justiz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), § 9 Allgemeine Regeln für die Zuteilung von Kennzeichen. Bundesministerium der Justiz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- I spy. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Teekesselchen. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Kofferpacken (Ich packe meinen Koffer). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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