KartenspieleRatgeber
Skat Regeln für Einsteiger: Karten, Reizen, Spielwert und Abrechnung
Skat spielen drei Personen mit 32 Karten: Ein Alleinspieler spielt gegen zwei Gegenspieler und braucht mit seinen Stichen und dem Skat mindestens 61 von 120 Augen. Wer Alleinspieler wird, entscheidet das Reizen, das bei 18 beginnt. Der Spielwert ergibt sich aus dem Grundwert des Spiels mal Spitzen plus Gewinnstufen.

Skat ist nach der Internationalen Skatordnung ein Kartenspiel für drei oder mehr Personen. Jedes einzelne Spiel bestreiten ein Alleinspieler und zwei Gegenspieler [1]. Das Spiel kam laut Skatordnung im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in Altenburg auf. Seinen Namen hat es von den zwei verdeckt weggelegten Karten, dem Skat, nach dem italienischen "scartare" und dem französischen "écarter", was etwa "das Weggelegte" bedeutet [1]. Die einheitlichen Regeln hat der 27. Deutsche Skatkongress am 22.11.1998 in Halle (Saale) beschlossen. Sie gelten zwischen dem Deutschen Skatverband (DSkV) und der International Skat Players Association (ISPA-World), über ihre Auslegung wacht das Internationale Skatgericht [1]. Diese Seite folgt der Fassung vom November 2022.
Karten und Augen
Gespielt wird mit 32 Karten in vier Farben zu je acht Karten. Die Farben stehen in dieser Rangfolge: Kreuz (Eicheln), Pik (Grün), Herz (Rot) und Karo (Schellen) [1]. In Klammern stehen die Namen beim deutschen Blatt. Jede Karte hat einen festen Zählwert, die Augen [1]:

| Karte | Augen |
|---|---|
| Ass (Daus) | 11 |
| Zehn | 10 |
| König | 4 |
| Dame (Ober) | 3 |
| Bube (Unter) | 2 |
| Neun, Acht, Sieben | 0 |
Zusammen hat das Blatt 120 Augen [1].
Geben und Reizen
Die Plätze werden ausgelost oder gesetzt. Wer auf Platz 1 sitzt, gibt zuerst, und das letzte Spiel jeder Runde gibt stets sein rechter Nachbar [1]. Der Geber mischt, lässt den rechten Nachbarn einmal abheben und verteilt von oben. Abheben ist Pflicht, dabei müssen mindestens vier Karten abgehoben werden und mindestens vier liegen bleiben [1]. Beim linken Nachbarn beginnend bekommt jeder zuerst 3 Karten, dann kommen 2 Karten als Skat in die Mitte, danach erhält jeder 4 und zuletzt 3 Karten [1]. Jeder hält also 10 Karten. Am Vierertisch bekommt der Geber selbst keine Karten [1].

Wer Alleinspieler wird, klärt das Reizen. Das niedrigste Gebot ist 18, das höchste 264 [1]. Wer zuerst Karten bekommen hat, heißt Vorhand, links daneben sitzt Mittelhand, dann Hinterhand. Vorhand fordert Mittelhand zum Reizen auf: Mittelhand nennt Reizwerte, Vorhand hält sie oder passt [1]. Danach reizt Hinterhand den Verbliebenen weiter oder passt. Alleinspieler wird, wer den höchsten Wert geboten oder gehalten hat [1]. Die Skatordnung empfiehlt, ausschließlich in Zahlen zu reizen, und jedes Passen, Bieten oder Halten ist unwiderruflich [1]. Bietet niemand, darf Vorhand selbst spielen. Will auch sie nicht, wird eingepasst und der Nächste gibt neu [1].
Wie viel darf ich reizen?
Ein Farb- oder Grandspiel hat einen festen Grundwert: Karo 9, Herz 10, Pik 11, Kreuz 12 und Grand 24 [1]. Diesen Grundwert multiplizierst du mit der Summe der Fälle, also Spitzen plus Gewinnstufen [1]. Spitzen sind Trümpfe in ununterbrochener Folge vom Kreuz-Buben an. Hast du den Kreuz-Buben, zählst du die vorhandenen Spitzen und spielst "mit". Fehlt er dir, zählst du die fehlenden Spitzen bis zum ersten eigenen Trumpf und spielst "ohne". Die zwei Karten im Skat zählen dabei mit [1]. Ein Spiel "ohne 2" ist genauso viel wert wie ein Spiel "mit 2" [1].
Ein Beispiel: Du hast Kreuz-Bube und Pik-Bube, aber nicht den Herz-Buben, und willst Herz spielen. Das ist "mit 2", dazu kommt die Gewinnstufe "Spiel" als dritter Fall. 3 mal 10 ergibt 30. Gewinnst du zusätzlich Schneider, zählt ein Fall mehr, und das Spiel ist 4 mal 10, also 40 wert. Die Anleitung der Spielkartenfabrik Altenburg rechnet ein höheres Beispiel vor: Pik Hand, Schneider angesagt, mit 4 Buben ergibt mit 4, Spiel 5, Hand 6, Schneider 7, angesagt 8, also 8 mal 11 gleich 88 [2]. Die niedrigsten Werte in der Tabelle der Skatordnung sind 18, 20, 22, 23, 24, 27 und 30 [1].
Die Spielarten
Die Skatordnung kennt zwei Spielklassen: Spiele mit Skataufnahme und Handspiele, bei denen der Skat liegen bleibt. In beiden gibt es Farbspiele, Grandspiele und Nullspiele [1]. Nimmt der Alleinspieler den Skat auf, legt er danach zwei beliebige Karten verdeckt zurück, er "drückt" sie, und sagt erst dann sein Spiel an [1]. Bei Handspielen bleiben ihm nur seine zehn Handkarten [1].
- Farbspiel: Eine Farbe ist Trumpf. Die vier Buben sind die höchsten Trümpfe in der Rangfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo. Danach folgen die sieben Karten der Trumpffarbe: Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben [1]. Es gibt also elf Trümpfe.
- Grand: Nur die vier Buben sind Trumpf [1].
- Null: Es gibt keinen Trumpf, auch die Buben gelten als Farbe. Die Reihenfolge ist Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben. Gewonnen hat der Alleinspieler, wenn er keinen einzigen Stich bekommt [1].
Nullspiele haben feste Werte: Null 23, Null Hand 35, Null ouvert 46 und Null ouvert Hand 59 [1]. Bei offenen Spielen ("ouvert") legt der Alleinspieler seine zehn Karten vor dem ersten Ausspielen sichtbar auf, nach Farben gruppiert und geordnet [1]. Bei Grand ouvert und den offenen Farbspielen muss er alle zehn Stiche machen, 120 Augen allein genügen nicht [1].
Ausspielen, Bedienen und Stiche
Nach der Spielansage spielt immer Vorhand aus, danach derjenige, der den letzten Stich gemacht hat [1]. Eine Karte gilt als gespielt, sobald sie komplett auf dem Tisch liegt, und sie darf nicht zurückgenommen werden [1]. Wer an der Reihe ist, muss die ausgespielte Farbe oder den geforderten Trumpf bedienen, soweit er kann. Hat er die Farbe nicht, darf er stechen oder eine Karte einer anderen Farbe abwerfen [1]. Den Stich gewinnt die höchste Karte der ausgespielten Farbe, liegt Trumpf darin, der höchste Trumpf [1].
Im Farbspiel gehören die Buben zur Trumpffarbe. Spielt jemand Kreuz aus und Herz ist Trumpf, darf der Kreuz-Bube die Farbe Kreuz deshalb nicht bedienen. Wer nicht bedient, obwohl er könnte, beendet das Spiel nach der Skatordnung zugunsten der anderen Partei, sofern diese nicht das Weiterspielen verlangt [1]. Lautes Zählen von Trümpfen oder Augen ist keinem Mitspieler erlaubt [1].
Gewinnen, Schneider und Schwarz
Der Alleinspieler gewinnt ein Farb- oder Grandspiel mit dem 61. Auge, die zwei Karten im Skat zählen für ihn mit [1]. Schneider ist die Partei, die 30 oder weniger Augen erreicht, Schwarz die Partei ohne einen einzigen Stich [1]. Bei Spielen mit Skataufnahme gibt es drei Gewinnstufen: einfach, Schneider und Schwarz. Handspiele haben die Stufe "Hand" voraus. Dazu kommen dort Schneider angesagt, Schwarz angesagt und Offen [1]. Ansagen darf der Alleinspieler Schneider und Schwarz nur bei Handspielen [1]. Ist das 61. Auge erreicht, bleibt das Spiel gewonnen, auch wenn später beim Weiterspielen auf Schneider ein Fehler passiert. Dann entfällt nur die Steigerung [1].
Jedes verlorene Spiel wird mit doppelter Punktzahl abgeschrieben [1]. Die Altenburger Anleitung schreibt dagegen, verlorene Handspiele würden nicht verdoppelt [2]. In der Skatordnung steht diese Ausnahme nicht, im Verein und im Turnier gilt also die Verdopplung.
Überreizt
Hat sich der Alleinspieler überreizt, verliert er. Berechnet wird der Grundwert des angesagten Spiels so oft, bis er den Reizwert mindestens erreicht [1]. Die Skatordnung nennt ein Beispiel: Ein überreiztes Kreuz-Handspiel bei gereizten 40 wird mit 48 berechnet [1]. Verdoppelt ergibt das 96 Minuspunkte. Merkt der Alleinspieler das Überreizen schon beim Aufnehmen des Skats, kann er das Spiel gleich aufgeben. Bei 30 gebotenen Punkten kommt er laut Skatordnung am billigsten mit einem Herzspiel zu 30 Punkten weg, verloren 60 Punkte [1].
Spielliste und Abrechnung
Jedes Spiel kommt sofort nach dem Ende in die Spielliste, mit Grundwert, Spitzen und Gewinnstufen oder dem festen Wert des Nullspiels, als Gewinn oder Verlust des Alleinspielers [1]. Die Liste führt in der Regel, wer auf Platz 1 sitzt, und die Werte werden laufend zum letzten Stand addiert oder abgezogen [1].

Im Verein und im Turnier kommt die Leistungsbewertung dazu. Für jedes gewonnene Spiel erhält der Alleinspieler 50 Wertungspunkte, für jedes verlorene werden ihm 50 abgezogen. Verliert er, bekommt jeder Gegenspieler am Vierertisch 30 und am Dreiertisch 40 Punkte gutgeschrieben [1]. Die Skatordnung rechnet ein Beispiel vor [1]:
| Posten für Spieler A | Rechnung | Punkte |
|---|---|---|
| Spielpunkte aus der Liste | 437 | |
| 12 gewonnene minus 3 verlorene Spiele | 9 mal 50 | 450 |
| verlorene Spiele von B, C und D | 6 mal 30 | 180 |
| Gesamt | 1067 |
Die Skatordnung begründet das damit, dass auch viele kleine gewonnene Spiele gerecht bewertet werden sollen [1]. Bei gleichem Ergebnis entscheidet die höhere Zahl gewonnener Spiele, dann die geringere Zahl verlorener, zuletzt das Los [1].
Kontra, Re und Ramsch
Am Küchentisch kommen oft Regeln dazu, die nicht in der Skatordnung stehen. Kontra und Re gehören laut Altenburger Anleitung nicht zur Skatordnung. Wer sie spielt, verdoppelt mit Kontra das Ergebnis und vervierfacht es mit Kontra und Re [2]. Beim Ramsch, den dieselbe Anleitung ebenfalls beschreibt, verliert die Person mit den meisten Augen und bekommt auch den Skat. Hat ein anderer keinen Stich bekommen, verdoppelt sich ihr Minus. Macht eine Person alle Stiche, ist das ein Durchmarsch mit 120 Pluspunkten [2].
Was Einsteiger zuerst üben sollten
Am meisten hilft es, die Rangfolge im Kopf zu haben: im Farbspiel erst die vier Buben, dann Ass und Zehn der Trumpffarbe. Ass und Zehn einer Farbe bringen zusammen 21 Augen, mehr als ein Sechstel des ganzen Blatts. Wer reizen lernt, rechnet am besten jedes Blatt einmal laut für sich durch: Spitzen zählen, eins für "Spiel" dazu, mal Grundwert. Laut Skatordnung gibt es 2.753.294.408.504.640 mögliche Kartenverteilungen [1].
Ähnlich gebaut ist Schafkopf mit Obern und Untern als Trümpfen. Mit vier Spielern und doppeltem Blatt wird Doppelkopf gespielt. Weitere Spiele mit dem 32er-Blatt findest du in der Übersicht Kartenspiele, etwa Schwimmen. Wie Wahrscheinlichkeiten bei Karten funktionieren, erklärt Wahrscheinlichkeiten beim Poker.
- Organisation Internationale Skatordnung, Skatwettspielordnung, Wissenswertes für Skatspieler. Deutscher Skatverband e.V. und ISPA-World, Internationales Skatgericht. Stand November 2022. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Spielregel Rommé und weitere Kartenspiele (Abschnitt Skat). Spielkartenfabrik Altenburg GmbH (spielkarten.com). Stand 2022. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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