WürfelspieleRatgeber
Schocken: Regeln, Wertigkeiten der Würfe und Deckel
Beim Schocken hat jeder einen Becher mit drei Würfeln und bis zu drei Würfe, um einen möglichst hohen Wurf zu erzielen. Der höchste Wurf der Runde bestimmt, wie viele Strafdeckel der Spieler mit dem niedrigsten Wurf bekommt. Wer in einer Hälfte alle Deckel gesammelt hat, verliert sie.

Schocken ist ein Würfelspiel für mindestens zwei Personen, das besonders in Westfalen und im Rheinland in Kneipen gespielt wird [1]. Andere Namen sind Pfrandern im bayerischen Oberland, Jule in Hessen, Mörkeln oder Knobeln in Niedersachsen, Maxen in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Meiern in der Städteregion Aachen [1]. Trotz ähnlicher Namen ist es nicht mit dem Mäxchen zu verwechseln [1]. Die Spielweise unterscheidet sich von Region zu Region [1]. Die Grundform unten folgt Wikipedia und der Anleitung von Borussia Dortmund [1, 2].
Material und Ziel
Jeder Spieler bekommt einen Würfelbecher und drei Würfel [1, 2]. In die Mitte kommen die Strafpunkte: Wikipedia nennt 13 bis 17 Spielsteine oder Bierdeckel, die Anleitung von Borussia Dortmund 13 Deckel [1, 2]. Dazu kommt idealerweise ein andersartiger Stein oder eine andersfarbige Scheibe, die den Verlierer der ersten Hälfte markiert. Im Saarland heißt dieser Stein Huub [1]. Häufig nutzt man ein Schockbesteck aus den Spielsteinen und einer Vorrichtung, in der sie aufbewahrt werden [1].
Ziel ist es, keine Deckel zu sammeln. Eine Hälfte endet, wenn ein Spieler alle Deckel vor sich liegen hat. Er hat diese Hälfte verloren [1].
Ablauf einer Runde
Wer die erste Runde eröffnet, könnt ihr auswürfeln [1]. Danach beginnt immer der Verlierer der vorigen Runde [1, 2]. Der erste Spieler hat bis zu drei Würfe [1, 2]. Ist er schon nach dem ersten oder zweiten Wurf zufrieden, kann er aufhören. Die Zahl seiner Würfe gilt dann für alle anderen in dieser Runde als Obergrenze [1, 2]. Hört der Erste nach einem Wurf auf, haben also auch alle anderen nur einen Wurf.

Nach jedem Wurf darfst du einzelne Würfel herauslegen und mit den übrigen weiterwürfeln [1, 2]. Herausgelegte Würfel liegen offen. Vielerorts dürfen sie in derselben Runde nicht mehr zurück in den Becher [1, 2]. In manchen Runden dürfen nur Einsen herausgelegt werden [1]. Der letzte Wurf bleibt unter dem Becher verdeckt, bis alle fertig sind [1, 2].
Sechsen umdrehen
Fallen in einem Wurf zwei Sechsen, darfst du nach verbreiteter Regel eine davon zu einer Eins umdrehen. Die andere Sechs kommt für den nächsten Wurf zurück in den Becher [1]. Drei Sechsen aus einem Wurf werden entsprechend zu zwei Einsen [1, 2]. Das geht nur, wenn der Wurf nicht dein letzter war [1, 2].
Aufdecken und Deckel verteilen
Am Ende der Runde decken alle der Reihe nach auf. Dann wird geprüft, wer den höchsten und wer den niedrigsten Wurf hat [1]. Der höchste Wurf bestimmt, wie viele Deckel der Spieler mit dem niedrigsten Wurf bekommt [1, 2]. Ist ein Schock 5 der höchste Wurf, bekommt der schlechteste Spieler also fünf Deckel [2].
Haben zwei Spieler denselben Wurf, gilt der spätere als nachgelegt und damit als niedriger [1]. Die Anleitung von Borussia Dortmund sagt dasselbe andersherum: Bei gleichem Wurf gewinnt, wer ihn zuerst geworfen hat [2, 4]. Nach Wikipedia und den Turnierregeln der Deutschen Schockmeisterschaft zählt der spätere Wurf trotzdem höher, wenn er mit weniger Würfen gelang [1, 4].
Die Wertigkeit der Würfe
Wikipedia ordnet die Würfe so, aufsteigend vom schwächsten zum stärksten [1]:

| Wurf | Beispiele | Deckel für den Verlierer |
|---|---|---|
| Einfacher Wurf (im Rheinland Hausnummer) | 2-2-1 bis 6-6-5 | 1 |
| Straße | 1-2-3 bis 4-5-6 | 2 bis 3 |
| General | 2-2-2 bis 6-6-6 | 3 |
| Schock 2 bis Schock 6 | 1-1-2 bis 1-1-6 | 2 bis 6, je nach Höhe |
| Schock aus | 1-1-1 | alle Deckel |
Bei einem einfachen Wurf werden die Würfel der Höhe nach gelesen. Aus 1, 5 und 3 wird so 531 [2]. Ein Schock besteht aus zwei Einsen und einem dritten Würfel, dessen Augenzahl die Höhe des Schocks angibt [2]. Bei einem Schock aus bekommt der Verlierer sofort alle Strafsteine und hat damit die Hälfte oder das Finale verloren [1].
Zwei Punkte sind umstritten. Ob ein General über einem Schock 2 steht, wird regional unterschiedlich gewertet. Nach manchen Auslegungen liegt der General höher, weil er drei Deckel wert ist und der Schock 2 nur zwei [1]. Die Anleitung von Borussia Dortmund und die Turnierregeln der Deutschen Schockmeisterschaft in Hennef stellen den General (dort Jenie genannt) ausdrücklich über den Schock 2 [2, 4]. Auch die Straßen werden verschieden bewertet: aufsteigend sortiert, alle gleich, die zuerst gewürfelte Straße höher oder eine Straße aus dem ersten Wurf höher als eine aus dem zweiten [1]. Bei Borussia Dortmund schlägt 4-5-6 die Straße 1-2-3 [2]. Die Turnierregeln der Deutschen Schockmeisterschaft rechnen eine Straße mit 2 Deckeln und werten sie nur, wenn sie in einem Wurf fällt [4].
Hand oder zusammengewürfelt
Ein Wurf, der ohne Herauslegen von Würfeln entstanden ist, heißt Hand-Wurf. Straßen und Generäle gelten oft nur als solche, wenn sie aus der Hand fallen. Zusammengewürfelte Straßen und Generäle zählen dann wie ein einfacher Wurf [1]. Vielerorts steht ein Schock aus aus der Hand, auch Naturschock genannt, über einem zusammengewürfelten Schock aus [1].
Hälften und Finale
Ein ganzes Spiel besteht aus zwei Hälften [1, 2]. Solange in der Mitte noch Deckel liegen, werden sie von dort verteilt. Ist der Vorrat aufgebraucht, spielen nur noch die Spieler weiter, die schon Deckel vor sich haben. Ab dann gibt der Gewinner einer Runde seine Deckel an den Verlierer ab [1, 2]. Hat der Gewinner weniger Deckel, als der Wurf verlangt, bekommt der Verlierer nur die, die noch da sind [1].

Wer alle Deckel gesammelt hat, verliert die erste Hälfte und bekommt den Markierungsstein. Die zweite Hälfte läuft nach denselben Regeln [1, 2]. Verlieren zwei verschiedene Spieler die beiden Hälften, spielen nur diese beiden ein Finale aus [1, 2]. Verliert ein Spieler beide Hälften, nennt man das meist einen Blattschuss [1, 4].
Regionale Regeln
Viele Kneipen und Stammtische spielen mit eigenen Zusatzwürfen. Wikipedia sammelt einige davon [1]:
- Jule oder scharfe Sieben: Der Wurf 4-2-1 steht zwischen Schock 6 und Schock aus und kostet sieben Deckel.
- 2-2-1: Nach den Standardregeln ist das der schlechteste Wurf. Anderswo gilt er als Neuner, zweithöchster Wurf mit neun Deckeln, im westfälischen Raum mancherorts als Siebener mit sieben Deckeln.
- 3-3-1: in Teilen Westfalens als Achter mit acht Deckeln.
- Blind: Wer nach dem ersten Wurf "blind" ansagt, darf nicht noch einmal würfeln. Der höchste Wurf der Runde zählt dann doppelt an Deckeln.
- Bördeschock in Soest: Sechsen dürfen gesammelt und später umgedreht werden, im Extremfall wird bis zu fünfmal gewürfelt.
- Zwei Würfel: In Dortmund gibt es eine Variante, bei der man nur zwei Würfel wirft und sich den dritten passend dazudenkt. Aus einer 6 und einer 4 wird mit einer gedachten 5 eine Straße.
In Dortmund spielt man nach Wikipedia üblicherweise zwei Hälften mit je 13 Deckeln, in manchen Bochumer Kneipen mit 27 Strafsteinen [1]. Wer seine Würfel fallen lässt, verliert meist eine Spielrunde. In manchen Regionen kostet das eine vereinbarte Zahl von Steinen, meist zwei [1]. In Hennef wird die Deutsche Schockmeisterschaft ausgetragen, deren Turnierregeln der Veranstalter online veröffentlicht hat [4].
Wie oft welcher Wurf fällt
Mit drei fairen Würfeln gibt es 216 gleich wahrscheinliche Ergebnisse [3]. Für einen einzelnen Wurf ohne Herauslegen und ohne umgedrehte Sechsen ergibt sich (eigene Rechnung):
| Wurf | Anzahl von 216 | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| Schock aus | 1 | 0,46 % |
| Schock 2 bis 6 | 15 | 6,94 % |
| General | 5 | 2,31 % |
| Straße | 24 | 11,11 % |
| Einfacher Wurf | 171 | 79,17 % |
Ein Schock fällt aus der Hand also dreimal so oft wie ein General, und ein Schock aus aus der Hand kommt nur in einem von 216 Würfen vor (eigene Rechnung). Mit mehreren Würfen und dem Herauslegen von Einsen steigen die Chancen deutlich. Wikipedia beschreibt dazu die in Mittelhessen verbreitete Spielweise "Gießen 6": Bei einem Wurf mit einer 6, einer 1 und einer weiteren Zahl legt man 6 und 1 heraus und hofft auf eine weitere 6 oder 1. Nach Wikipedia ist es geringfügig erfolgversprechender, nur die 1 zu behalten und mit zwei Würfeln neu zu werfen [1].
Tipps für die eigene Runde
Die folgenden Hinweise sind eigene Überlegungen aus den Regeln, kein Regeltext. Als Erster einer Runde legst du mit deinen Würfen fest, wie oft die anderen würfeln dürfen. Bleibst du nach einem guten ersten Wurf stehen, haben die anderen ebenfalls nur einen Wurf, um dich zu schlagen. Spät in der Runde siehst du dagegen schon die herausgelegten Würfel der anderen und kannst abschätzen, wie viel du brauchst. Deckel bekommt nur, wer den niedrigsten Wurf hat. Wer den höchsten Wurf nicht mehr schaffen kann, muss also nur vermeiden, Letzter zu werden.
Die Grundlagen zu Wahrscheinlichkeiten mit mehreren Würfeln stehen auf der Seite Wahrscheinlichkeiten beim Würfeln. Ein Würfelspiel mit nur zwei Würfeln und Bluff ist Mäxchen, eines mit fünf Würfeln und Punkten Zehntausend. Wer wissen möchte, wie man beim Poker mit Wahrscheinlichkeiten rechnet, findet das unter Wahrscheinlichkeiten beim Poker.
- Schocken. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Schocken is the name of the game (Anleitung, englisch). Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Spielwürfel, Abschnitt Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnahmebedingungen und Spielregeln der Deutschen Schockmeisterschaft. Schockmeisterschaft Hennef (Hotel Landsknecht GmbH). Stand 01.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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