BrettspieleRatgeber

Domino spielen: Grundregeln, Wertung und bekannte Spielarten

Beim Domino legen die Spieler reihum Steine mit gleicher Augenzahl an die offenen Enden einer Kette. Wer zuerst alle Steine abgelegt hat, ruft "Domino" und bekommt die Augen auf den Steinen der Mitspieler gutgeschrieben. Der Standardsatz hat 28 Steine von 0-0 bis 6-6.

Eine lange Kette aus hellen Dominosteinen mit schwarzen Punkten auf einem dunklen Holztisch
Bild: KI-generiert

Domino ist eigentlich eine Familie von Spielen mit denselben Steinen. Jeder Stein ist in zwei Hälften geteilt, jede Hälfte trägt eine Augenzahl oder ist leer. Im Grundspiel versucht jeder, seine Steine durch geschicktes Anlegen so schnell wie möglich loszuwerden [1]. Die Regeln auf dieser Seite folgen der Spielanleitung von Schmidt Spiele zu ihrem Dominospiel [1]. Sie beschreibt die Grundregeln, 13 Spielarten für zwei bis vier Personen und für eine Person zwei Geduldsspiele sowie das Domino-Quadrat.

Die Steine

Die meisten Dominospiele werden mit einem Satz aus 28 Steinen gespielt, der alle Kombinationen der Werte 0 bis 6 enthält. Daneben gibt es den größeren 9er-Satz mit 55 Steinen [1]. Die Zahl 28 hat einen einfachen Grund: Für jede Kombination der Augen zweier Würfel gibt es genau einen Stein, die leere Hälfte steht für den Wurf mit nur einem Würfel [2]. Eine leere Hälfte heißt auch Blank [1].

Steine mit zwei gleichen Hälften, etwa 6-6 oder 3-3, heißen Pasch oder Doppelstein [1]. Im 28er-Satz gibt es sieben davon, von 0-0 bis 6-6. Der höchste Pasch ist oft wichtig, weil er in vielen Spielarten bestimmt, wer anfängt.

Grundregeln

Die Steine werden verdeckt auf dem Tisch gemischt und verteilt. Jeder stellt seine Steine so vor sich auf, dass die anderen die Augen nicht sehen. Wie viele Steine jeder bekommt, hängt von der Spielart ab [1]. Was übrig bleibt, liegt verdeckt als Vorrat auf dem Tisch. Daraus wird während des Spiels nachgezogen, die letzten beiden Steine bleiben in der Regel aber liegen [1].

Eine Hand legt einen Dominostein mit passender Hälfte an das offene Ende einer Kette
Bild: KI-generiert

Wer fängt an?

Es beginnt, wer den höchsten Pasch hat. Hat niemand einen Pasch, fängt der Spieler mit der höchsten Augensumme auf einem Stein an. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter [1].

Anlegen

Ein Stein darf in den meisten Spielarten an ein offenes Ende gelegt werden, wenn die beiden Hälften an der Verbindung dieselbe Augenzahl zeigen. 1-3 passt also an 3-6, und 4-5 passt an 5-0 [1]. Die Kette darf gerade laufen oder rechtwinklig abknicken, nur dürfen ihre beiden Enden nicht aneinanderstoßen. Ein Pasch wird quer in die Reihe gelegt [1]. So bleibt die Auslage auch auf einem kleinen Tisch übersichtlich.

Spielende und Punkte

Wer alle Steine abgelegt hat, ruft "Domino" und beendet das Spiel. Das Spiel endet auch, wenn niemand mehr anlegen und kein Stein mehr nachgezogen werden kann. Das muss durch Aufdecken der Steine bewiesen werden [1]. Der Sieger bekommt die Augen gutgeschrieben, die auf den Steinen der Mitspieler noch übrig sind [1].

Eine Partie geht über eine vorher festgelegte Zahl von Runden oder bis zu einer festen Punktzahl. Die Anleitung empfiehlt ein Vielfaches der Spielerzahl, also bei vier Spielern 4, 8 oder 12 Runden [1]. Dann darf jeder gleich oft beginnen. Für die Wertung brauchst du in manchen Spielarten Papier und Stift [1].

Blockdomino und Varianten

Das Blockspiel ist nach Schmidt Spiele die einfachste Spielart. Zu zweit bekommt jeder 7 Steine, zu dritt und zu viert je 5. Am Ende jedes Zuges wird ein Stein nachgezogen, gleich ob du angelegt hast oder nicht [1]. Auf dieser Grundlage bauen mehrere Spielarten auf [1]:

  • Blockspiel im Team: Jeder zieht 4 Steine. Die beiden mit den höchsten Summen spielen zusammen, ebenso die beiden mit den niedrigsten. Vorher vereinbart ihr, ob offene Absprachen erlaubt sind.
  • Peruanisches Domino für vier Spieler mit je 5 Steinen: Blockiert sich das Spiel, notiert jeder seine Restpunkte. Hat der Spieler mit dem letzten Stein nicht die niedrigste Summe, zählen seine Punkte vierfach. Nach 7 Runden gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat.
  • Sperr-Domino: Wer nicht anlegen oder nicht ziehen will, sperrt ein Ende mit einem Pasch und beendet damit das Spiel. Hat der Sperrer dann nicht die wenigsten Restpunkte, bekommt der Gegner alle Punkte, und der Sperrer schreibt sich den doppelten Wert seiner Steine als Minus auf.

Ungarisches Domino und Sebastopol

Beim ungarischen Domino bekommt jeder zu zweit 12 Steine, zu dritt 8 und zu viert 6, der Rest scheidet aus. Wer am Zug ist, legt so lange an, wie seine Steine passen. Kann keiner mehr legen, bekommt der Spieler mit den wenigsten Restaugen die Punkte der anderen. Wer zuerst mehr als 100 Punkte hat, gewinnt [1]. Bei Sebastopol spielen vier Personen mit je 7 Steinen. Wer den Pasch 6-6 hat, beginnt, und an diesem Pasch sind alle vier Seiten offen [1].

Spielarten mit Rechnen

In einigen Spielarten zählt zusätzlich die Summe an den Enden der Kette. Das macht das Spiel taktischer.

Eine Dominoauslage mit vier offenen Enden um einen Doppelstein auf grünem Filz, von oben gesehen
Bild: KI-generiert

Alle Fünfe

Bei Alle Fünfe, auch Sniff oder amerikanisches Domino genannt, gelten die Regeln des Blockspiels. Zu zweit bekommt jeder 7 Steine, zu dritt und zu viert 5 [1]. Nach jedem Zug zählst du die Augen an beiden Enden der Auslage zusammen. Ergibt das ein Vielfaches von 5, bekommst du so viele Punkte. Bei einem Pasch am Ende zählen beide Hälften: 4 an einem Ende und 6 am anderen bringen 10 Punkte [1]. Wer nicht passend anlegen kann, zieht nach, bis es geht. Am Ende werden die Restaugen der Verlierer auf den nächsten Fünfer gerundet, aus 17 werden 15, aus 18 werden 20. Diese Punkte bekommt der Sieger. Gewonnen hat, wer mit dem 28er-Satz zuerst 100 Punkte erreicht, mit dem 9er-Satz 200 [1].

Alle Sieben und Matador

Bei Alle Sieben, auch Kardinal genannt, legst du keine gleichen Zahlen aneinander. Die beiden Hälften an der Verbindung müssen zusammen 7 ergeben, an eine 5 gehört also eine 2 [1]. Der Doppel-Blank und alle Steine, die selbst 7 Augen tragen, etwa 3-4 oder 1-6, sind Joker. Sie passen überall und sind die einzige Möglichkeit, an einen Blank anzulegen [1]. Matador funktioniert ähnlich, nur mit der Summe 10. Die Joker heißen dort Matadore, gespielt wird bis 200 Punkte [1].

Italienisches Domino

Beim italienischen Domino spielen drei Personen mit je 7 Steinen oder vier mit je 6. Die Augen der ganzen Auslage werden laufend addiert und laut angesagt. Wer mit seinem Stein genau 30, 50, 70 oder 100 erreicht, bekommt 1, 2, 3 oder 4 Punkte. Mit dem 28er-Satz endet das Spiel bei 51 Punkten [1].

Spielarten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die Spielarten aus der Anleitung zusammen [1]:

SpielartSpielerSteine je SpielerZiel
Blockspiel2 bis 47 (zu zweit) oder 5zuerst alle Steine ablegen
Ungarisches Domino2 bis 412, 8 oder 6als Erster über 100 Punkte
Sebastopol47an vier offenen Enden ablegen
Französisches Domino28Steine in zwei Ebenen stapeln
Alle Fünfe2 bis 47 (zu zweit) oder 5Enden mit Vielfachen von 5
Alle Sieben2 bis 47 (zu zweit) oder 5Verbindungen mit Summe 7
Bergen2 bis 46 oder 5gleiche Werte an beiden Enden
Mexican Train (Cyprus)413Sternauslage um den Pasch 9-9

Mexican Train braucht den 9er-Satz: Wer den Pasch 9-9 hat, beginnt, und die Spieler legen die Steine mit einer 9 sternförmig darum [1].

Domino allein spielen

Für eine Person beschreibt die Anleitung zwei Geduldsspiele und das Domino-Quadrat. Beim ersten Geduldsspiel legst du die 28 Steine verdeckt in einem Rechteck aus 7 mal 4 Steinen aus und deckst sie auf. Dann spielst du Blockdomino und nimmst jeweils einen der vier Steine am rechten Rand. Wer so alle Steine anlegt, hat gewonnen [1]. Beim Domino-Quadrat legst du die 28 Steine so, dass 14 Quadrate aus vier gleichen Augenzahlen entstehen. Dafür gibt es nach der Anleitung über 300.000 Lösungen [1].

Achtundzwanzig aufgedeckte Dominosteine liegen in einem Rechteck aus sieben mal vier auf hellem Holz
Bild: KI-generiert

Woher das Domino kommt

Spiele mit Steinen dieser Art lassen sich in China bis etwa 1120 zurückverfolgen. Ältere Angaben sind umstritten [2]. Nach Europa kam das Domino nach Michael Dummett im 18. Jahrhundert über Italien, möglicherweise über Venedig und Neapel. Ob die europäischen Steine aus China stammen oder unabhängig erfunden wurden, ist umstritten [2]. Von Italien wanderte das Spiel im frühen 18. Jahrhundert nach Frankreich, wo es zur Mode wurde, und Ende des 18. Jahrhunderts nach Großbritannien [2]. Der Name geht wahrscheinlich auf das lateinische "dominus" zurück, den Herrn des Hauses. Das Wort bezeichnete zuerst eine Mönchskapuze, dann ein Maskenkostüm, dann die Maske selbst und schließlich einen Spielstein [2].

Domino eignet sich gut für den Familientisch. Weitere Spiele für gemischte Runden stehen unter Spieleabend planen und in der Übersicht Brettspielklassiker für jede Generation. Wer lieber mit Zahlenkarten legt, findet die Regeln von Rummikub. Wie wahrscheinlich ein Würfelpaar eine bestimmte Summe zeigt, erklärt Wahrscheinlichkeiten beim Würfeln. Als Geschenk für Großeltern und Enkel taucht Domino unter Geschenke für Oma und Opa auf.

  1. Organisation Domino: Spielanleitung (Art. 51435). Schmidt Spiele GmbH. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026
  2. Joe Celko: History of Dominoes. pagat.com. Stand 09.09.2001. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.