KartenspieleRatgeber

Solitär und Patiencen: Regeln für Klondike, Spider und FreeCell

Beim klassischen Solitär, auch Klondike genannt, liegen 28 Karten in sieben Reihen, und du baust in den Reihen absteigend und abwechselnd auf rote und schwarze Karten. Ziel ist es, alle 52 Karten nach Farben sortiert von Ass bis König auf vier Ablagestapel zu legen. Spider und FreeCell folgen ähnlichen Regeln mit anderem Aufbau.

Eine Person legt allein an einem Holztisch am Fenster Karten in Reihen aus, daneben steht eine Teetasse
Bild: KI-generiert

Solitär und Patience sind zwei Namen für Kartenspiele, die man allein spielt. Viele Patiencen sind Sortierspiele: Die Karten werden in einer Auslage umgelegt, bis sie nach Farben und Werten geordnet sind [1]. Durch Computerprogramme am bekanntesten wurden Klondike, Spider und FreeCell. Daneben gibt es einfache Patiencen aus deutschen Spielesammlungen, die mit wenigen Karten auskommen.

Patience oder Solitär: zwei Namen, ein Spiel

Die frühesten Hinweise auf Kartenspiele für eine Person stammen aus Deutschland und Skandinavien aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts [1]. Eine der ersten bekannten Regeln steht laut pagat.com in einem Buch, das 1797 in Frankfurt und Leipzig erschien [1]. Trotz des französischen Namens Patience tauchen solche Spiele in Frankreich erst später auf. Die Geschichten, Napoleon habe Patiencen gelegt, hält pagat.com für Legenden [1].

In Großbritannien und vielen europäischen Ländern blieb der Name Patience. In Amerika hießen die Spiele Solitaire. Seit den 1990er-Jahren hat sich dieser Name weltweit durchgesetzt, weil Windows ein kostenloses Klondike-Programm mitbrachte [1]. Im Deutschen sind heute beide Wörter üblich, eine Spielanleitung von Cartamundi spricht etwa von "Solitaire o. Patience" [7].

Klondike: die bekannteste Patience

Klondike spielst du mit einem gewöhnlichen Blatt aus 52 Karten [3, 7]. Du legst sieben Reihen aus: In die erste kommt eine Karte, in die zweite zwei und so weiter bis zur siebten mit sieben Karten. Nur die oberste Karte jeder Reihe liegt offen, alle anderen verdeckt. Die übrigen 24 Karten bilden verdeckt den Ziehstapel [3].

Sieben Kartenreihen in Treppenform auf grünem Filz, die meisten Karten verdeckt mit roten Rückseiten
Bild: KI-generiert

Ziel ist es, die vier Asse auf vier Ablagestapel zu legen, sobald sie frei werden, und darauf jede Farbe von Ass bis König aufzubauen [3, 7]. In den Reihen legst du absteigend und immer abwechselnd Rot und Schwarz, also eine rote 8 auf eine schwarze 9 [3, 7]. Eine geordnete Folge darf als Ganzes von einer Reihe auf eine andere wandern [3]. Wird eine verdeckte Karte frei, drehst du sie um. Eine leere Reihe darf nur mit einem König belegt werden [3].

Abwandlungen von Klondike

Solitaire Central nennt mehrere Spiele, die auf Klondike aufbauen [3]. Bei Double Klondike spielst du mit zwei Paketen, acht Ablagestapeln und neun Reihen. Bei Thumb and Pouch muss die angelegte Karte nur eine andere Kartenfarbe haben als die Karte darunter, etwa Herz auf Karo. Außerdem darf jede Karte in eine leere Reihe. Bei Whitehead liegen alle 28 Karten der Auslage offen, und die 29. Karte bestimmt, mit welchem Wert alle Ablagestapel beginnen [3].

Ziehen und durchgehen

Aus dem Ziehstapel deckst du nach den Regeln von Solitaire Central je drei Karten auf einen Abwurfstapel auf. Dessen oberste Karte darfst du in die Reihen oder auf die Ablagestapel legen [3]. Ist der Ziehstapel leer, nimmst du den Abwurfstapel und gehst ihn erneut durch [3]. Leichter wird das Spiel, wenn du immer nur eine Karte aufdeckst. Manche Fassungen begrenzen dann die Zahl der Durchgänge, meist auf zwei [3]. Die Anleitung von Cartamundi erlaubt, den Ziehstapel beliebig oft durchzusehen [7].

Das Spiel ist gewonnen, wenn alle Karten auf den Ablagestapeln liegen. Es ist verloren, wenn kein Zug mehr möglich ist oder nur noch das Durchgehen des Stapels bleibt [3]. Solitaire Central nennt als Gewinnchance bei Klondike vielleicht eins zu dreißig [3].

Spider: zwei Pakete, zehn Reihen

Spider gehört zu den bekanntesten Patiencen mit zwei Kartenspielen und ist schwer zu gewinnen [4]. Du legst 104 Karten aus zwei Paketen zu je 52 aus, und zwar in zehn Reihen: Die ersten vier bekommen je sechs Karten, die übrigen sechs je fünf. Nur die oberste Karte jeder Reihe liegt offen, der Rest bildet den Vorrat [4].

Zehn lange Kartenreihen auf einem großen Holztisch von oben, Karten mit blauen und roten Rückseiten
Bild: KI-generiert

Ziel ist es, acht vollständige Folgen vom König bis zum Ass in derselben Farbe zu bilden. Anders als bei Klondike entstehen sie in den Reihen selbst, nicht auf eigenen Ablagestapeln [4]. Du darfst jede Karte auf eine um eins höhere legen, egal in welcher Farbe. Als Block verschieben darfst du aber nur Karten, die in Farbe und Reihenfolge zusammenpassen [4]. Eine leere Reihe darf jede Karte oder Folge aufnehmen [4].

Geht nichts mehr, teilst du zehn Karten vom Vorrat aus, auf jede Reihe eine. Ein zweites Durchgehen gibt es nicht [4]. Wegen der vielen Karten und der Blockzüge spielt sich Spider nach Solitaire Central am Computer meist besser als von Hand [4].

FreeCell: alle Karten offen

Bei FreeCell liegen alle 52 Karten offen in acht Reihen, vier davon mit sieben und vier mit sechs Karten [5]. Daneben gibt es vier freie Zellen, in denen du jeweils eine Karte zwischenlagern kannst, und vier Ablagestapel, die nach Farben von Ass bis König aufgebaut werden [5].

Eine Hand legt eine einzelne Karte aus einer langen Reihe auf einen von vier freien Plätzen
Bild: KI-generiert

Spielbar ist immer die unterste freie Karte einer Reihe. Du kannst sie auf einen Ablagestapel, in eine freie Zelle oder auf eine andere Reihe legen. In den Reihen baust du absteigend und abwechselnd Rot und Schwarz [5, 6]. In eine leere Reihe darf jede Karte [5]. Mehrere Karten auf einmal darfst du nur verschieben, wenn genug freie Zellen oder leere Reihen da sind, um sie einzeln umzulegen [5, 6].

FreeCell gilt als Patience, bei der fast jede Verteilung lösbar ist [6]. Paul Alfille schrieb die erste Fassung 1978 für das Lernsystem PLATO. Jim Horne brachte das Spiel später zu Windows, zuerst 1992 im Microsoft Entertainment Pack 2 [6]. Seine Fassung enthielt 32.000 nummerierte Verteilungen. Ein Projekt von Freiwilligen löste bis April 1995 alle bis auf eine: Spiel Nummer 11982 haben nach Kellers Angaben weder Spieler noch Programme gelöst, und er hält es für unlösbar [6].

KlondikeSpiderFreeCell
Karten52 [3]104 [4]52 [5]
Reihen7 [3]10 [4]8 [5]
Verdeckte Kartenja [3]ja [4]nein [5]
Bauen in den Reihenabsteigend, Rot und Schwarz im Wechsel [3]absteigend, jede Kartenfarbe [4]absteigend, Rot und Schwarz im Wechsel [5]
Leere Reihenur König [3]jede Karte [4]jede Karte [5]

Zwei Patiencen aus der Spielesammlung

Nicht jede Patience ist ein Sortierspiel. Bei der Elf aus der Spielesammlung von ASS Altenburger legst du von 52 gemischten Karten neun offen in drei Reihen aus [8]. Zwei Karten, deren Werte zusammen 11 ergeben, nimmst du heraus, etwa eine 4 und eine 7. Das Ass zählt dabei 1. Die frei gewordenen Plätze füllst du mit Karten vom Stapel auf [8]. Bildkarten darfst du nur als Folge Bube, Dame, König herausnehmen, die Farben müssen dabei nicht gleich sein [8].

Geht nichts mehr, darfst du die oberste Karte des Stapels aufdecken und verwenden, wenn sie mit einer ausgelegten Karte 11 ergibt oder eine Folge vervollständigt. Sonst ist die Patience nicht aufgegangen [8]. Laut der Sammlung geht die Elf recht häufig auf [8].

Solitär-Patience mit 32 Karten

Dieselbe Sammlung beschreibt eine Patience mit einem Skatblatt aus 32 Karten. Ziel ist es, am Ende nur noch zwei Häufchen übrig zu haben [8]. Du deckst die Karten nacheinander auf und legst sie von links nach rechts nebeneinander. Liegen zwei Karten gleicher Farbe oder gleichen Werts nur durch eine Karte getrennt, kommt die mittlere samt den Karten darunter auf die linke der beiden [8]. Die Anleitung spricht von Karten gleicher Farbe und gleichen Werts. Weil im Skatblatt jede Karte nur einmal vorkommt, lässt sich das nur so deuten, dass Farbe oder Wert übereinstimmen müssen. Entsteht dadurch ein neues Paar mit genau einer Karte dazwischen, wird wieder umgelegt, so lange es geht. Erst dann deckst du die nächste Karte auf [8].

Solitär am Computer

Microsoft wählte für Windows 3.0 eine Klondike-Fassung und lieferte sie von 1990 bis Windows 8.1 im Jahr 2013 mit jeder Version des Betriebssystems aus [2]. Programmiert hat sie zunächst der Praktikant Wes Cherry, die Karten gestaltete Susan Kare [2]. Das Spiel half vielen Nutzern, mit der damals neuen Maus umzugehen [2]. Das Museum The Strong nahm Microsoft Solitaire 2019 in seine World Video Game Hall of Fame auf und schätzt, dass es auf mehr als einer Milliarde Computer installiert wurde [2].

Seit dem späten 20. Jahrhundert ist das Interesse an Patiencen stark gewachsen, weil sie sich gut für Computer, Tablets und Telefone eignen. Dort entfallen das Mischen und das Auslegen, und man braucht keinen großen Tisch [1]. Wer lieber mit echten Karten spielt, braucht für Klondike und FreeCell ein Blatt mit 52 Karten, für Spider zwei davon. Ein Romméblatt besteht aus 2 mal 52 Karten und sechs Jokern [7]. Ohne die Joker reicht es für Spider.

Wer allein knobeln will, findet auf Sudoku spielen und lösen lernen ein weiteres Denkspiel für eine Person. Mit französischen Karten spielst du zu mehreren auch Rommé oder Canasta. Spiele für zwei Personen stehen unter Kartenspiele zu zweit, und alle Kartenspiele dieser Seite findest du unter Kartenspiele: Regeln im Überblick.

  1. Card Solitaire Games: Introduction. John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Microsoft Solitaire (World Video Game Hall of Fame). The Strong National Museum of Play. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Klondike Solitaire Rules. Randy Rasa, Solitaire Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Spider Solitaire Rules. Randy Rasa, Solitaire Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. FreeCell Solitaire Rules. Randy Rasa, Solitaire Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. FreeCell FAQ. Michael Keller, Solitaire Laboratory. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Spielregel Rommé und weitere Kartenspiele (Abschnitt Solitaire o. Patience). Cartamundi Deutschland GmbH (spielkarten.com). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Spielesammlung mit 365 Spielmöglichkeiten, Abschnitt Die Elf, eine Patience. ASS Altenburger Spielkarten. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.