Kinderspiele für drinnen und draußenRatgeber
Memory: Spielregeln, Varianten und Tipps zum Merken
Beim Memory liegen alle Karten verdeckt auf dem Tisch. Wer am Zug ist, deckt zwei Karten auf; zeigen sie dasselbe Bild, behält er das Paar und ist gleich noch einmal dran, sonst werden beide wieder umgedreht. Wer am Ende die meisten Paare hat, gewinnt.

Memory ist ein Merkspiel, bei dem ihr unter verdeckt liegenden Karten die Paare mit gleichem Bild sucht. Es kommt ohne Würfel und ohne Lesen aus und eignet sich deshalb schon für kleine Kinder. Der Name "memory" ist in Deutschland eine Marke von Ravensburger [4]. Das Spielprinzip selbst ist viel älter und unter Namen wie Pairs, Pelmanism oder Pexeso bekannt [4, 5]. Die Grundregeln unten folgen den Angaben von Ravensburger, die Varianten funktionieren mit jedem Kartensatz.
Was ihr braucht
Ihr braucht einen Satz Bildkarten, auf dem jedes Motiv genau zweimal vorkommt. Die Zahl der Karten hängt von der Ausgabe ab. Das Ravensburger memory Happy Socks enthält zum Beispiel 64 Karten, also 32 Paare [3], das moments memory I love you hat 48 Bildkarten [2]. Mitspielen können mehrere Personen, bei moments memory I love you gibt Ravensburger zwei bis sechs Spieler an [2]. Wichtig ist ein großer, ebener Tisch oder ein Stück Fußboden, auf dem alle Karten nebeneinander Platz haben.

Ein gekaufter Satz ist keine Pflicht. Das Prinzip funktioniert mit jedem Material, auf dem Paare zu erkennen sind, auch mit einem normalen Kartenspiel [5]. Selbst gebastelte Karten aus Pappe mit aufgeklebten Fotos oder Bildern sind ein Vorschlag ohne Quelle, der sich für Kinder anbietet, die gern malen. Achtet dann darauf, dass die Rückseiten gleich aussehen und kein Knick verrät, welche Karte wo liegt.
So läuft eine Partie ab
Die Grundregeln stimmen bei den beiden geprüften Ravensburger-Ausgaben überein [2, 3].
Karten auslegen
Mischt alle Karten und legt sie mit dem Bild nach unten auf den Tisch [5]. Üblich sind ordentliche Reihen, etwa vier Reihen zu je 13 Karten bei einem Kartenspiel mit 52 Blatt [5]. Die Karten müssen aber kein Raster bilden [5]. Keine Karte darf eine andere verdecken, sonst sieht man beim Aufdecken mehr als erlaubt.
Zwei Karten aufdecken
Reihum deckt jeder immer zwei Karten auf [3]. Zeigen beide dasselbe Motiv, darf er das Paar behalten und gleich noch einmal zwei Karten aufdecken [2]. Passen die Karten nicht zusammen, dreht er sie wieder um, und der nächste Spieler ist an der Reihe [5]. Alle Mitspieler sehen die aufgedeckten Bilder. Genau darin liegt der Reiz: Jede falsche Karte verrät allen anderen, wo ein Motiv liegt.
Spielende und Gewinner
Das Spiel endet, wenn das letzte Paar genommen ist [5]. Wer am Ende die meisten Bildpaare gesammelt hat, gewinnt [2]. Haben zwei Spieler gleich viele Paare, teilen sie sich nach den Regeln für das Kartenspiel-Memory den ersten Platz [5].
Memory mit kleinen Kindern
Ravensburger bietet mit My first memory eine Ausgabe mit großen und extra dicken Karten an, die für Kinder ab 2 Jahren entwickelt wurde [1]. Andere Ausgaben wie das memory Happy Socks sind ab 3 Jahren angegeben [3]. Laut Hersteller gibt es bei My first memory verschiedene Spielmöglichkeiten [1]. Ravensburger schreibt außerdem, das Spiel fördere Gedächtnis, Wortschatz, ein erstes Regelverständnis und Konzentration [1].
Für den Anfang hilft es, mit wenigen Paaren zu spielen (Vorschlag ohne Quelle). Sechs bis acht Paare reichen für eine erste Runde, bei der ein Kind noch alles überblickt. Mit der Zeit legt ihr mehr Karten dazu. Ebenso einfach lässt sich das Spiel mit offenen Karten beginnen: Erst liegen alle Bilder offen, das Kind sucht die Paare, und erst in der nächsten Runde werden sie umgedreht. Auch das ist ein eigener Vorschlag ohne Quelle.
Wenn Erwachsene gegen Kinder spielen, könnt ihr die Regeln für die Großen verschärfen (Vorschlag ohne Quelle). Möglich ist, dass Erwachsene nach einem gefundenen Paar nicht noch einmal ziehen dürfen. Das entspricht der Variante "One Flip" aus dem Kartenspiel-Memory, bei der ein gefundenes Paar keinen Zusatzzug bringt [5].
Varianten mit Spielkarten und eigenem Material
Mit einem normalen Kartenspiel heißt das Spiel im Englischen Concentration. Dort gilt als Paar, was gleichen Rang und gleiche Farbe hat, also zum Beispiel Herz-Sieben und Karo-Sieben [5]. Vor dem Spiel können die Spieler die Regel enger oder lockerer fassen [5].

- Any Color: Nur der Rang muss stimmen, Joker zählen doppelt [5].
- Zebra: Ein Paar braucht gleichen Rang, aber verschiedene Farben, also eine rote und eine schwarze Karte [5].
- Spaghetti: Die Karten liegen kreuz und quer statt in Reihen [5]. Das erschwert das Merken, weil Reihen und Spalten als Merkhilfe fehlen.
- Zwei Kartenspiele: Ihr mischt zwei Spiele zusammen, und nur völlig gleiche Karten bilden ein Paar [5].
Mit selbst gemachten Karten lassen sich Paare auch anders bilden, ohne dass beide Karten gleich aussehen (Vorschlag ohne Quelle). Ein Tier und sein Geräusch als Wort, eine Zahl und die passende Menge Punkte oder ein Gegenstand und seine Farbe ergeben Lernpaare für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.
Merken mit System
Die Mathematiker Uri Zwick und Michael S. Paterson halten ein gutes Gedächtnis für notwendig, aber nicht für ausreichend, um zu gewinnen [6]. Sie haben Memory unter der Annahme untersucht, dass beide Spieler ein perfektes Gedächtnis haben. Dann wird es zu einem Strategiespiel [6]. Die beste Strategie ist nach ihrer Arbeit einfach, der Beweis dafür aber aufwendig [6]. In der Spieltheorie gilt Memory als Nullsummenspiel mit perfekter Information [4].

Für die Familienrunde helfen ein paar einfache Gewohnheiten (eigene Tipps ohne Quelle). Deckt zuerst eine unbekannte Karte auf. Wisst ihr schon, wo das passende Gegenstück liegt, nehmt ihr es als zweite Karte. Wisst ihr es nicht, könnt ihr eine Karte nehmen, deren Bild schon einmal aufgedeckt war. Dann erfahren die anderen durch euren Zug weniger Neues. Wer sich Positionen merken will, sagt die Motive leise vor sich hin oder verknüpft sie mit dem Platz am Tisch, etwa "Hund links oben".
Hausregeln für Streitfälle
Die Herstellerangaben regeln nur den Kern des Spiels. Bei Kindern entstehen trotzdem oft Fragen, die ihr am besten vor der ersten Runde klärt. Die folgenden Punkte sind eigene Vorschläge ohne Quelle:
- Aufgedeckte Karten bleiben so lange offen liegen, bis alle sie gesehen haben. Wer sie zu schnell wieder umdreht, deckt sie noch einmal kurz auf.
- Verrutscht eine Karte oder wird sie versehentlich umgedreht, legt ihr sie an ihren Platz zurück, und der Zug geht normal weiter.
- Jüngere Kinder dürfen ein Motiv laut benennen, Erwachsene nicht. Das gleicht den Vorsprung der Großen etwas aus.
- Wer zweimal dieselbe Karte aufdeckt, verliert nur seinen Zug, aber keine gesammelten Paare.
Eine Runde mit 32 Paaren kann für kleine Kinder lang werden. Spielt dann mit weniger Karten oder teilt den Satz in zwei kleinere Partien auf, die nacheinander laufen. Auch das ist ein eigener Vorschlag.
Turniere und Meisterschaften
Memory wird auch als Wettkampf gespielt. Bei Turnieren nutzt man meist 64 Karten aus dem Satz "Kinder memory". Weil dieser Satz 33 Paare enthält, wird ein Paar aussortiert [4]. Die Sieger werden in Gruppen- und K.-o.-Runden ermittelt [4]. Weil in sehr späten Endspielsituationen ein beidseitig destruktives Verhalten optimal wäre, bei dem beide Spieler nur bereits bekannte Karten aufdecken, wurden die Turnierregeln angepasst [4].
Eine deutsche Meisterschaft findet seit 1990 jedes Jahr im Oktober in Essen statt, im Rahmen der Internationalen Spieltage [4]. Im Januar 1993 trafen sich die Landesmeister mehrerer europäischer Länder in Weingarten zur Europameisterschaft [4].
Woher das Spiel kommt
Ravensburger brachte das Gedächtnisspiel des Schweizer Diplomaten William H. Hurter 1959 erstmals in den Handel [1]. Laut Hersteller war die Startauflage so schnell verkauft wie kein Spiel zuvor [1]. Wikipedia nennt als Vorbild das "Zwillingsspiel" von Berta von Schroeder, das Hurter 1946 in London kennenlernte. Ein Versuch, das Spiel bei der Edition Carlit herauszugeben, blieb erfolglos, weil Carlit mit Punta bereits ein ähnliches Spiel führte [4]. Den Namen erklärte der Ravensburger Spieleredakteur Erwin Glonnegger damit, dass Nachbarskinder fragten, ob sie "das Memory-Spiel" spielen dürften [4].
Paarsuchspiele sind deutlich älter. In Japan gab es im 12. Jahrhundert das Muschelspiel Kai-Awase, in England und den USA im 19. Jahrhundert Pelmanism und Pairs. In der Tschechoslowakei erschien 1965 Pexeso [4]. Zu den Verkaufszahlen gibt es unterschiedliche Angaben: Ravensburger schreibt, weltweit suchten mehr als 70 Millionen Menschen nach Bildpärchen [1], Wikipedia nennt mehr als 50 Millionen verkaufte Spiele in 70 Ländern [4]. In Österreich hat der Oberste Gerichtshof die Ansicht abgelehnt, "Memory" sei eine bloße Gattungsbezeichnung [4].
Weitere Spiele für Kinder
Ein Ratespiel ganz ohne Material ist Ich sehe was, was du nicht siehst. Für die Feier mit vielen Gästen findest du Ideen bei den Spielen für den Kindergeburtstag, und wer Memory mit einem normalen Blatt spielen möchte, findet weitere Ideen bei den Kartenspielen zu zweit. Passende Geschenkideen für Kinder stehen auf Geschenke für Kinder.
- Organisation memory®: Gedächtnisspiel für Groß und Klein (Produktübersicht). Ravensburger Verlag GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation moments memory® I love you (Produktseite 22398). Ravensburger Verlag GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation memory® Happy Socks (Produktseite 24702). Ravensburger Verlag GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Memory (Spiel). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Concentration (card game). Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie The Memory Game (Research Report CS-RR-186). Uri Zwick, Michael S. Paterson, University of Warwick. Stand 01.08.1991. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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