KartenspieleRatgeber
Canasta: Regeln, rote Dreien und die Wertung
Canasta spielen meist drei oder vier Personen mit 108 Karten, zu viert in zwei Teams. Man legt Sätze gleichrangiger Karten aus, sieben davon bilden ein Canasta. Wer ausmacht, beendet die Runde, und das Team, das zuerst 5000 Punkte hat, gewinnt.

Canasta ist ein Anlegespiel, bei dem du Sätze aus Karten gleichen Rangs sammelst, etwa drei Könige oder fünf Achten. Sieben gleichrangige Karten bilden ein Canasta, das spanische Wort für Korb [1]. Am besten spielen vier Personen in zwei festen Teams [2]. Nach ASS Altenburger spielt man meistens zu dritt oder zu viert, es geht aber auch zu zweit, zu fünft und zu sechst [1]. Die Spielregel von ASS Altenburger kombiniert nach Angabe des Herstellers die einheitlichen Regeln des New Yorker Regency-Clubs mit den in Deutschland üblichen Regeln für das Spiel zu dritt und zu viert [1]. Die klassische Fassung, wie sie Pagat beschreibt, weicht in einigen Punkten davon ab [2].
Herkunft
Nach Pagat entstand Canasta 1939 in Montevideo in Uruguay. Von dort verbreitete es sich nach Argentinien, in die USA und in die ganze Welt [2]. In den 1950er-Jahren war es so in Mode, dass es eine Zeit lang Contract Bridge als wichtigstes Kartenspiel abzulösen drohte [2]. Die ASS-Spielregel nennt dagegen 1948/1949 als Entstehungszeit in Südamerika [1]. Um 1950 wurden die Regeln in Nordamerika vereinheitlicht. Diese klassische Fassung verbreitete sich weltweit [2].
Karten und Punktwerte
Gespielt wird mit zwei französischen Blättern zu je 52 Karten und vier Jokern, zusammen 108 Karten [1]. Die Karten haben feste Werte, die beim Auslegen und bei der Abrechnung zählen [1]:

| Karte | Punkte |
|---|---|
| Joker | 50 |
| Ass, Zwei | 20 |
| König bis Acht | 10 |
| Sieben bis Vier | 5 |
| schwarze Drei | 5 |
Joker und Zweien sind wilde Karten. Sie können in einer Meldung jede andere Karte ersetzen, nur keine rote Drei [1]. Die roten Dreien (Herz und Karo) sind Prämienkarten, die schwarzen Dreien sind Sperrkarten [1].
Geben und Spielzug
Zu viert bekommt jeder 11 Karten, zu dritt 13. Der Rest liegt verdeckt als Stock in der Mitte, die oberste Karte kommt offen daneben und eröffnet den Ablagestapel, den Posso [1]. Wer beim Geben eine rote Drei erhält, legt sie sofort offen vor sich und zieht eine Ersatzkarte vom Stock [1]. Ist die aufgedeckte Startkarte eine wilde Karte oder eine rote Drei, deckt man nach der klassischen Fassung so lange weitere Karten auf, bis eine andere Karte oben liegt. Die erste Karte kommt quer in den Stapel, der damit eingefroren ist [2].
Der Spieler links vom Geber beginnt. In jedem Zug ziehst du die oberste Karte vom Stock oder nimmst den ganzen Ablagestapel auf. Danach kannst du Karten auslegen, und zum Schluss legst du eine Karte auf den Posso [1, 2].
Auslegen
Ein Satz besteht aus mindestens drei Karten gleichen Rangs, die Farbe spielt keine Rolle. Reihen wie beim Rommé gibt es beim Canasta nicht [1]. Wilde Karten sind erlaubt, die natürlichen Karten müssen aber in der Mehrzahl sein. Zwei Könige vertragen also höchstens einen Joker, vier Könige höchstens drei [1]. In der klassischen Fassung darf eine Meldung nie mehr als drei wilde Karten enthalten [2]. Ausgelegte Karten gehören dem Team: Du darfst an die Sätze deines Partners anlegen, aber nie an die der Gegner [1, 2].
Mindestwert beim ersten Auslegen
Das erste Auslegen eines Teams muss einen Mindestwert erreichen, der vom bisherigen Punktestand abhängt [1]:
| Punktestand des Teams | Mindestwert |
|---|---|
| im Minus | 15 |
| unter 1500 | 50 |
| über 1500 | 90 |
| über 3000 | 120 |
Du darfst mehrere Sätze gleichzeitig auslegen, um den Wert zu erreichen. Prämien für rote Dreien oder ein Canasta zählen dabei nicht mit [2].
Den Ablagestapel aufnehmen
Den Posso darfst du nur ganz nehmen, einzelne Karten daraus nie [1]. Voraussetzung ist, dass du die oberste Karte sofort verwenden kannst: entweder mit zwei passenden Karten aus der Hand als neuen Satz oder als Anlage an einen Satz deines Teams [1, 2]. Hat dein Team noch nicht ausgelegt, brauchst du nach der klassischen Fassung zwei natürliche Karten des gleichen Rangs aus der Hand [2].

Der Ablauf ist nach Pagat immer gleich: Du legst die nötigen Karten aus der Hand offen hin und fügst die oberste Karte des Stapels hinzu. Dann nimmst du den Rest des Stapels auf die Hand, darfst weitere Sätze auslegen und beendest den Zug mit einer abgeworfenen Karte [2]. Weitere Karten aus dem Stapel, die zu deinen Sätzen passen, kannst du nach ASS ebenfalls anlegen [1].
Zwei Karten blockieren den Stapel:
- Eine schwarze Drei obenauf sperrt den Posso für den nächsten Spieler, er muss vom Stock ziehen [1].
- Liegt eine wilde Karte quer im Stapel, ist er eingefroren. Nehmen darf ihn dann nur, wer zur obersten Karte ein natürliches Paar auf der Hand hat [1].
Canasta bilden und ausmachen
Sobald ein Satz sieben Karten hat, ist er ein Canasta. Ohne wilde Karten heißt er echt, mit Jokern oder Zweien unecht [1]. Man schiebt die sieben Karten zusammen und legt beim echten Canasta eine rote, beim unechten eine schwarze Karte obenauf. An ein Canasta darf weiter angelegt werden, aus einem unechten wird aber nachträglich kein echtes mehr [1].
Ausmachen darf, wessen Team mindestens ein Canasta hat. Du legst dann alle Karten bis auf eine aus und wirfst die letzte auf den Posso [1]. Wer mit drei schwarzen Dreien ausmacht, braucht keine Karte mehr abzuwerfen. Als Satz dürfen schwarze Dreien nur beim Ausmachen gelegt werden [1].
Ist der Stock aufgebraucht und hat niemand ausgemacht, endet die Runde. Nach ASS werden dann jedem Spieler oder Team 100 Punkte abgezogen [1].
Abrechnung nach jeder Runde
Ausgelegte Karten zählen plus, Karten auf der Hand minus. Dazu kommen die Prämien [1]:

| Prämie | ASS-Spielregel | klassisch nach Pagat |
|---|---|---|
| echtes Canasta | 500 | 500 |
| unechtes Canasta | 300 | 300 |
| Ausmachen | 100 | 100 |
| Ausmachen aus der Hand ohne vorheriges Auslegen, mit einem Canasta | 1000 (Handcanasta) | 200 insgesamt |
| je rote Drei | 100 | 100 |
| alle vier roten Dreien | 800 | 800 |
Die ASS-Regel kennt außerdem das Blattausmachen für 200 Punkte, wenn der Partner schon ausgelegt hatte [1]. Eine rote Drei, die noch auf der Hand ist, wenn jemand ausmacht, kostet nach ASS 500 Punkte. Hat ein Team am Ende kein Canasta, zählen seine roten Dreien nach ASS als Minuspunkte [1]. In der klassischen Fassung werden sie nur dann negativ, wenn das Team gar nichts ausgelegt hat [2].
Beim Spiel zu viert zieht der Ausmacher die Handkarten seines Partners ab. Gewonnen hat nach ASS, wer zuerst 3000 Punkte hat, beim Viererspiel braucht das Team 5000 [1]. Pagat nennt für die klassische Partie zu viert ebenfalls 5000. Dort endet die Partie am Ende einer Runde, in der ein Team 5000 erreicht, und das Team mit der höheren Gesamtpunktzahl gewinnt [2].
Mit zwei, drei oder sechs Spielern
Zu zweit ändert die klassische Fassung nach Pagat vier Punkte [2]:
- Jeder bekommt 15 statt 11 Karten.
- Vom Stock ziehst du die obersten zwei Karten, abwerfen musst du trotzdem nur eine.
- Zum Ausmachen brauchst du zwei Canastas.
- Ziel sind wieder 5000 Punkte.
Zu dritt zieht man wie zu zweit zwei Karten vom Stock und wirft eine ab. Nach Pagat spielt der Erste, der den Ablagestapel nimmt, allein gegen die beiden anderen, die für diese Runde ein Team bilden. Die Partie endet dort bei 7500 Punkten [2]. Für sechs Personen nimmt man drei Blätter zu 52 Karten und sechs Joker. Jeder bekommt 13 Karten, und ein Team braucht zwei Canastas, bevor es ausmachen darf [2].
Ausmachen oder weiterspielen
Die ASS-Spielregel betont, dass es beim Canasta mehr auf möglichst viele ausgelegte Karten ankommt als auf ein schnelles Ausmachen [1]. Pagat erklärt den Grund: Die Karten, die dein Partner noch auf der Hand hat, zählen gegen euer Team, und oft holt ihr mit Weiterspielen mehr Punkte [2]. Wer unsicher ist, fragt den Partner "Darf ich ausmachen?". Er antwortet mit Ja oder Nein, und daran bist du gebunden [2].
Fragen darfst du nur direkt nach dem Ziehen oder dem Aufnehmen des Stapels, bevor du weitere Karten auslegst [2]. Nach ASS gibt die Frage dem Partner Gelegenheit, noch hohe Karten aus der Hand loszuwerden, sie warnt aber auch die Gegner [1]. Hat dein Team noch kein Canasta, darfst du am Ende deines Zuges nicht ohne Karten dastehen. Du musst mindestens eine Karte behalten [2].
Varianten
Die ASS-Regel nennt Abweichungen, die mancherorts gelten: Ein Joker-Canasta aus sieben wilden Karten wird anerkannt und bringt 1000 Punkte. Rote Dreien zählen zusätzlich 5 Punkte, und der Handcanasta bringt manchmal nur 200, dann gibt es für ein Ausmachen gleich zu Beginn 300, wenn man höchstens eine Karte vom Stock gezogen hat [1]. Bekannt ist auch Samba, bei dem man zusätzlich Reihen in einer Farbe auslegen darf [2]. Einigt euch vor dem Spiel, welche Regeln gelten [1].
Die Grundidee mit Auslegen und Ablegen teilt Canasta mit Rommé. Eine Übersicht weiterer Spiele steht unter Kartenspiele, Ideen für zwei Personen unter Kartenspiele zu zweit. Mit Zahlensteinen statt Karten funktioniert Rummikub.
- Organisation Spielregel Canasta. ASS Altenburger Spielkarten. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Canasta (Abschnitte Classic Canasta, Canasta for Two, Three and Six Players). John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
KartenspieleSchwimmen (31) RegelnSchwimmen, auch 31 oder Schnauz: Kartenwerte im 32er-Blatt, Tauschen mit der Tischmitte, Schließen, Feuer, Leben verlieren …
KartenspieleSolitär und PatiencenSolitär Regeln für Klondike, Spider und FreeCell: Aufbau der Kartenreihen, Ablagestapel von Ass bis König, leere Spalten und …
KartenspieleSkip-Bo RegelnSkip-Bo Regeln nach der Mattel-Anleitung: 162 Karten, 30 oder 20 Karten im Spielerstapel, Ablagestapel von 1 bis 12 …
Über diese SeiteWer spiele.domain-root.de herausgibt, woher die Spielregeln kommen, wie die Seite mit Marken umgeht, wie sie sich finanziert …